Anwohner Werner Mischke ist empört über die Verkehrssituation in seiner schmalen Anliegerstraße. Statt einer fahren hier aktuell sogar zwei Buslinien - Platz zum Ausweichen bleibt für Gegenverkehr kaum. © Hendrik Nachtigäller
Verkehrsprobleme

Anwohner sauer: „Wir sind hinterher die Dummen, die bezahlen müssen“

Auf einer schmalen Straße zwischen zwei Dortmunder Stadtteilen herrscht erhöhter Betrieb, gleich zwei Buslinien fahren hier aktuell. Anwohner Werner Mischke ist verärgert - aus mehreren Gründen.

Durch die Verkehrssituation in seiner schmalen Anliegerstraße sah sich der Dortmunder Werner Mischke schon im vergangenen Jahr zum Handeln gezwungen. Wegen eines fehlenden Tempo-30-Schilds herrschte für Autofahrer Unklarheit über das Tempolimit, es wurde viel gerast, zudem befuhr eine Buslinie regelmäßig die vier Meter schmale Straße.

Das Schild steht mittlerweile – doch statt einer fahren nun zwei Buslinien durch die Straße, mit noch breiteren Fahrzeugen.

Denn während die Buslinie 473, deren Route schon länger durch den Peddenbrink führt, vergleichsweise kleine Wagen nutzt, die an etwas überdimensionierte Lieferfahrzeuge erinnern, verkehrt die Linie 414 in den typischen großen und breiten Bussen. Wegen einer Baustelle wird die Linie 414 seit einigen Monaten über die schmale Straße zwischen Brechten und Holthausen umgeleitet.

„Wie man die Straße hier als Umleitung nehmen kann, kann ich nicht verstehen“, sagt Werner Mischke. „Der Bus passt hier gar nicht durch, das ist unmöglich.“

Viel zu eng sei der Peddenbrink, für Fußgänger und Radfahrer entstünden so viel zu schnell gefährliche Situationen. „Als Fahrradfahrer habe ich vom Fahrbahn-Rand aus einen Meter Platz, dann muss beim Überholen jeder 1,50 Meter Abstand halten. Da kann mich kein Bus überholen auf dieser Straße“, erklärt er.

Straße ist zu eng zum Überholen

Auch für Autos ist es zum Überholen offiziell zu eng. Und der hohe Bewuchs am Straßenrand sorge dafür, dass Fußgänger und Radfahrer nicht problemlos ausweichen oder Platz machen könnten, sagt Mischke.

Wenn sich Bus und Auto oder gar Bus und Lkw entgegenkämen, werde es spannend. Fünfzehn Minuten habe allein eine Rangier-Aktion gedauert, die er auf dem Peddenbrink beobachtet habe.

Eine Viertelstunde hätten Bus- und Lkw-Fahrer an dieser Stelle auf dem Peddenbrink rangieren müssen, um aneinander vorbeizukommen, berichtet Werner Mischke.
Eine Viertelstunde hätten Bus- und Lkw-Fahrer an dieser Stelle auf dem Peddenbrink rangieren müssen, um aneinander vorbeizukommen, berichtet Werner Mischke. © Mischke © Mischke

Dadurch, dass es so eng sei, werde auch die Straße stark über Gebühr beansprucht. „Ich habe Angst, dass die Straße hier auseinanderbricht. Wenn die von der asphaltierten Fläche runterfahren, bricht das weg, und wir Anwohner sind hinterher die Dummen, die dann die Sanierung bezahlen müssen“, ärgert sich Mischke.

„Ohne Kontrollen geht das nicht“

Tatsächlich finden sich am Straßenrand teils tiefe Furchen, an anderer Stelle sind Begrenzungssteine aus der Fassung gedrückt worden.

„Wenn man sich mit den Busfahrern unterhält, die wollen hier gar nicht durchfahren“, berichtet Mischke. Zudem hielten sich, trotz des wieder aufgestellten Tempo-30-Schilds, viel zu viele Auto- und auch einige Busfahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung und führen gefährlich schnell.

„Man hört immer, es soll mehr Tempo-30-Zonen geben. Aber man kann nicht nur überall 30er-Schilder hinstellen, sondern muss auch die überwachende Funktion ausüben“, sagt Mischke. „Die Tempo-30-Situation, die wir hier auf dem Peddenbrink eigentlich haben, die gibt es gar nicht. Ohne Kontrollen geht das nicht.“

Bezirksbürgermeister Stens kündigt Ortstermin an

Evings Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) kennt die Situation am Peddenbrink. „Ich kann das alles nachvollziehen“, sagt Stens. „Ich war schon vor Ort mit Herrn Mischke und habe mir das angeguckt.“

Es sei derzeit schwierig, eine kurzfristige Lösung herbeizuführen. „Es gab bereits punktuelle Kontrollen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen, aber natürlich kann man da nicht den ganzen Tag kontrollieren, so viele Kräfte gibt es nicht“, erklärt er. „Das ist ein Thema, an dem ich dran bin, da werden wir auch nochmal einen Ortstermin machen.“

Wegbrechende Begrenzungssteine und Furchen im Asphalt, in denen bereits kleine Pflanzen wachsen: Anwohner Werner Mischke sorgt sich um den Zustand des Peddenbrinks. Die hohe Belastung durch zu große und schwere Fahrzeuge sieht er als Grund für Straßenschäden.
Wegbrechende Begrenzungssteine und Furchen im Asphalt, in denen bereits kleine Pflanzen wachsen: Anwohner Werner Mischke sorgt sich um den Zustand des Peddenbrinks. Die hohe Belastung durch zu große und schwere Fahrzeuge sieht er als Grund für Straßenschäden. © Hendrik Nachtigäller © Hendrik Nachtigäller

Auch die Situation mit der zusätzlichen Bus-Verbindung, die noch breitere Fahrzeuge einsetzt, hat er im Blick. „Ich kann den Ärger verstehen, das ist bitter. Aber an anderer Stelle wird gerade gebaut“, sagt Stens. „Ich bin da dran und versuche, eine Lösung herbeizuführen. Aber man muss auch Verständnis für die aktuelle Situation mit der Pandemie haben.“

Viele Prozesse dauerten derzeit länger. „Ich bitte um Geduld von Herrn Mischke und anderen und appelliere an die Vernunft der Autofahrer, sich gemäß der Straßenverkehrsordnung zu verhalten.“

Über den Autor
Gebürtiger Dortmunder mit viel Liebe für den großen und kleinen Sport: Hauptsache, es rollt, tickt oder geht ordentlich vorwärts. Ob im Fernsehen, am Spielfeldrand oder selbst mit Ball und Rad unterwegs. Seit 2014 für Lensing Media im Einsatz, erst in Freier Mitarbeit, nun als Volontär.
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Hendrik Nachtigäller

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