Farbenprächtig, schräg und sehr musikalisch - so kennt man die Travestie-Gruppe Antonella Rossi. © LEO Events & Marketing
Dragqueen

Antonella Rossi befürchtet, erst Ende 2021 wieder durchstarten zu können

Als Dragqueen kann Antonino Waldmann-Russello seit dem ersten Lockdown kaum noch auftreten. Finanziell sieht es nicht rosig aus und noch ganz andere Sorgen treiben den Kleinkünstler um.

Die bekannteste Dragqueen Dortmunds, Antonella Rossi, stand kurz vor dem großen Durchbruch, als Corona im März 2020 die Pläne zerstörte.

Erst zwei Wochen gastierte der Dortmunder Antonino Waldmann-Russello alias „Antonella Rossi“ in einem bekannten Hamburger Varieté-Theater, als die Zwangspause, der Lockdown, kam.

Corona verpasst der Karriere einen harten Dämpfer

„Wie jedes gute Unternehmen“, meint Antonino Waldmann-Russello, „habe ich gut gewirtschaftet.“ Ewig würden die Reserven aber nicht reichen. „2019 war das erfolgreichste Jahr überhaupt“, sagt er. „Ich konnte das erste Mal von meiner Selbstständigkeit leben.“

Und es ging weiter bergauf: Spätestens durch die RTL-Sendung „Die Welpen kommen“ sind das Ehepaar Waldmann-Russello und Dalmatiner-Rüde Sir Henry weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden.

Einmaliger Sofortkredit gewährt

Aber regelmäßig auf der Bühne steht Antonella Rossi seit der Corona-Krise schon lange nicht mehr. Die Einnahmen fehlen. Einen Sofortkredit von 9000 Euro bekam der Künstler im März gewährt. „Ich weiß aber nicht, was ich davon zurückzahlen muss. Man darf das Geld ja nur für feste Kosten nutzen.“

Auf weitere Hilfen hat er keinen Anspruch, weil er verheiratet ist und das Einkommen seines Mannes in die Berechnung einfließt.

Im September vergangenen Jahres, als die Zahlen niedrig waren, konnte er nochmal auf der Reeperbahn auftreten. Eigentlich hat Heinz-Diege Leers, der das Travestie-Theater „Pulverfass“ seit bald 50 Jahren betreibt, ihn wieder für März 2021 gebucht, ob das jedoch klappen wird, wagt Antonino Waldmann-Russello nicht einzuschätzen.

Wie viele Bühnen wird es nach Corona noch geben?

„Im Sommer mache ich wohl wieder Biergarten-Shows. Im Freien fühlen sich die Menschen sicherer“, hat er beobachtet. „Ich hoffe, dass ich im Oktober, November wieder richtig durchstarten kann.“

Ob es dann jedoch noch viele Bühnen geben wird, auf denen Antonella auftreten kann, steht in den Sternen. Erst kürzlich äußerte sich der Besitzer des Pulverfasses in der BILD-Zeitung: Der zweite Lockdown sei eine Katastrophe, weil er Offenstände beim Finanzamt habe und deshalb keine Soforthilfen bekomme.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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