Mit den Schneemassen am Straßenrand haben nicht nur Autofahrer zu kämpfen, die ihr Auto dort abgestellt haben, sondern auch Fahrer, die einen Parkplatz suchen - wie die Pflegedienste. Wie unser Beispielfoto aus Hörde zeigt, ist der an sich freie Stellplatz zwischen den beiden Wagen kaum zu benutzen. © Andreas Schröter
Wintereinbruch

Ambulante Pflegedienste: Fußmarsch statt Autofahrt

Momentan gilt für Dortmund: Wer sein Auto stehenlassen kann, möge das tun. Was aber ist mit denjenigen, die hinaus in den Schnee müssen - wie die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste?

Schwierigkeiten bereitet die aktuelle Wetterlage auch den ambulanten Pflegediensten im Dortmunder Nordosten. Das gilt nicht nur für die eigenen Autos, die steckenbleiben oder deren Batterie schwächelt, sondern auch für Parkplätze am Straßenrand, die schlicht nicht mehr vorhanden sind, weil sie unter Massen von Schnee begraben sind.

Trotzdem – und das ist einhelliger Tenor einer Blitzumfrage unter den Pflegediensten im Dortmunder Nordosten: „Bei uns fällt kein Termin aus. Eventuell müssen unsere Kunden allerdings ein wenig länger als gewöhnlich auf ihren Pfleger oder ihre Pflegerin warten.“

Schwierige Parksituation

Vom Häuslichen Pflegedienst Ferguson mit Sitz an der Flughafenstraße in Scharnhorst war zum Beispiel zu hören, dass der Schnee, der von den Räumfahrzeugen an den Straßenrand geschoben worden ist, das Parken über weite Strecken der Friedrich-Hölscher-Straße in Alt-Scharnhorst verhindere, sagt eine Mitarbeiterin, die als „Schwester Johanna“ bezeichnet werden will. 16 Autos gehören zu diesem Dienstleister.

Fünf oder sechs Autos hat der Pflegedienst Krupnin, der am Buschei 2 seinen Sitz hat. Abgesagt werden können lediglich Termine zur hauswirtschaftlichen Hilfe, sagt Chefin Irina Krupnin. Bei Kunden, die auf die Pflege angewiesen sind, gehe das natürlich nicht. „Manchmal müssen unsere Pflegerinnen in diesen Tagen eben eine Viertelstunde laufen, um zu ihren Terminen zu kommen.“

Organisationsarbeit am Telefon

Sie habe heute Telefonstress, sagt eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes Hallmann, Oesterstraße 137 in Brackel. Es komme vor, dass die eigenen Wagen im Schnee steckenbleiben und dann rausgezogen werden müssen. Das koste Zeit und Nerven.

„Einen Terminausfall können wir uns nicht erlauben“, sagt Angelika Anders vom gleichnamigen Pflegedienst am Schellenkai 1 in Derne. Was sie sich wünschen würde, wäre ein bisschen mehr Verständnis seitens der Politik für ihre Situation. „Egal, ob Corona oder Eis und Schnee – wir müssen immer raus.“

Etwas anders stellt sich die Situation für den Betreuungsservice NRW von Ilka Mildner in Brechten dar: Weil sie keine Pflege anbiete, sondern nur eine hauswirtschaftliche Hilfe, sei es nicht so schlimm, wenn mal ein Termin ausfalle. Mit Eis und Schnee habe ihr Team sehr wohl zu tun: Am Montag musste eine Mitarbeiterin ihren Dienst absagen, weil die Batterie ihres Autos schlappgemacht hatte. Zum Parken bleiben oft nur Supermarktparkplätze. Sie empfehle den Fahrerinnen, im Zweifelsfall im Supermarkt zu fragen, ob das Parken dort kurz erlaubt sei.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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