Auf einem Rad- und Fußweg zwischen Dortmund-Asseln und Brackel hat Rüdiger Hein eine illegale Müllkippe entdeckt. © Julian Preuß
Müll

Ärger über illegale Müllkippe hinterm Rewe-Lager

Auf einer seiner Radtouren hat Rüdiger Hein eine illegale Müllkippe auf einem Weg hinter dem großen Rewe-Lager in Asseln gefunden. Um die Entsorger zu finden, nutzt die EDG einige Tricks.

Wer auf der Aplerbecker Straße in Richtung Dortmund-Brackel fährt, kommt an einer Halde vorbei. Wenige hundert Meter vor der Eisenbahnbrücke zweigt ein asphaltierter Weg ab. Ein Schild verbietet die Durchfahrt für Autos.

Bis zur Bahnlinie verläuft er parallel zur Aplerbecker Straße und macht dann eine Linksbiegung. Er führt vorbei an zwei Maisfeldern. Bei gutem Wetter nutzen Fußgänger und Fahrradfahrer den Weg fernab des Straßenverkehres gerne. Doch die Idylle verschwindet nach einigen Metern.

Schlaf- und Wohnzimmer liegen neben Maisfeld

Schon von Weitem sieht man am Mittwochmittag (27.10.), dass am Wegesrand etwas liegt, was dort nicht hingehört: ein umgekipptes Bettgestell samt Matratze, weiße Kommoden oder Nachttischchen sowie ein alter Wohnzimmertisch. Es scheint, als ob Teile eines Schlaf- und Wohnzimmers entsorgt worden sind – illegal.

Unter dem abgeladenen Sperrmüll befindet sich ein beispielsweise ein Bettgestell samt Matratze.
Unter dem abgeladenen Sperrmüll befindet sich ein beispielsweise ein Bettgestell samt Matratze. © Julian Preuß © Julian Preuß

Rüdiger Hein hat die wilde Müllkippe am Vorabend gefunden. Fast 24 Stunden später liegt das Gerümpel immer noch an Ort und Stelle. „Illegale Müllentsorgung ist ein großes Problem“, sagt der Dortmunder, der in seiner Stadt „kreuz und quer mit dem Rad unterwegs“ ist. Er steht mit dem Rücken zu den Bahngleisen. Zwischen den Sträuchern lassen sich die großen Hallen des Dortmunder Rewe-Hauptlagers erkennen.

Mehrmals habe er auf seinen Touren ähnliche illegale Kippen gesehen, beispielsweise mit Autoreifen. „Die Entfernung von den illegalen Müllkippen muss die Allgemeinheit in Form von Beiträgen an die EDG bezahlen“, sagt Hein klagend. In der Tat: Sind beispielsweise Bürgersteige oder öffentliche Plätze verschmutzt, nimmt die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) ihre Arbeit auf.

Müll wird „recht zügig beseitigt“

„Sobald uns eine illegale Müllkippe bekannt ist, prüfen wir, ob wir zuständig sind“, sagt Matthias Kienitz, Leiter Unternehmenskommunikation bei der EDG. Melden lassen sich entsprechende Stellen beispielsweise mithilfe der „Dreckpetze“ – einer App für das Smartphone. Innerhalb von 48 Stunden sei der Unrat dann für gewöhnlich entfernt – abhängig davon, ob beispielsweise ein Kran benötigt werde. „Das wird alles recht zügig beseitigt“, sagt Hein bestätigend.

Doch es bleibt nicht allein bei der Entsorgung. Die EDG bedient sich einiger Tricks, um nach Möglichkeit die Verursacher der Verschmutzung ausfindig zu machen. So ist beispielsweise der Ermittlungsdienst Abfall (EDA) im Einsatz. „Es läuft derzeit ein Modellversuch mit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vier von der Stadt und vier von der EDG“, erklärt Kienitz. Diese suchen im Müll nach Hinweisen, wer ihn abgelegt oder wem er gehört haben könnte. Zusätzlich befragen sie Zeuginnen und Zeugen.

Der illegal entsorgte Sperrmüll wurde direkt neben einem Maisfeld abgelegt.
Der illegal entsorgte Sperrmüll wurde direkt neben einem Maisfeld abgelegt. © Julian Preuß © Julian Preuß

Am Morgen und am Abend sind sie ebenfalls unterwegs. Dann beobachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom EDA Orte, an denen besonders häufig Müll illegal abgeladen wird. Sie wollen die Verursacherinnen und Verursacher direkt erwischen. Im Fokus der Ermittlerinnen und Ermittler stünden Depotcontainer oder bestimmte Straßenzüge. Waldstücke würden laut Kienitz weniger für wilde Müllkippen genutzt.

Illegal entsorgter Sperrmüll: Bußgeld von mindestens 500 Euro droht

Konnte der EDA die entsprechenden Personen ermitteln, drohen hohe Geldstrafen. Für das unerlaubte Ablagern von Sperrmüll ist schon beim ersten Vergehen ein Bußgeld von mindestens 500 Euro fällig. Das schreibt die Stadt auf ihrer Internetseite. Kienitz möchte den Erfolg allerdings nicht in geschriebenen Anzeigen oder verhängten Bußgeldern messen. In Summe soll das potenzielle Müllsünderinnen und Müllsünder abschrecken.

Verhindert hat dies die illegale Müllkippe am Rad- und Fußweg hinter dem Rewe-Lager nicht. Rüdiger Hein wird jedenfalls darauf achten, wie lange die Schränke, das Bettgestell und die Matratze noch am Rande des Maisfeldes liegen.

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