Luis Vollmer und Alexander Ritter hatten im Zug einen unliebsamen Kontakt mit einer Kontrolleurin, bei dem es um die Schokotickets ging. © Andreas Schröter
Deutsche Bahn

Ärger nach Ticket-Kontrolle: „Sowas kann man auch anders regeln!“

Ein kleines Abenteuer haben die beiden Kurler Jungs Luis und Alexander auf ihrer Bahnfahrt vom Hauptbahnhof nach Kurl erlebt. Eine Kontrolleurin spielte dabei eine Rolle.

Luis Vollmer (13) und Alexander Ritter (14) haben einen aufregenden Sonntag hinter sich. Am 14. März unternahmen die beiden Kurler eine Spritztour mit dem Fahrrad in die Stadt zu McDonald‘s. Für den Rückweg entschieden sie sich für eine Fahrt mit der Bahn. So weit, so normal. In Höhe des Bahnhofs Scharnhorst begann die Fahrt jedoch unangenehm zu werden.

Eine Kontrolleurin, die nach Angaben der Jungs von Anfang an unfreundlich gewesen sein soll, nahm die beiden in die Mangel. Zunächst: Der Besitz eines Schokotickets berechtige nicht zum Mitführen eines Fahrrades. „Das wussten wir nicht“, sagt Luis Vollmer. Sie seien schon öfter mit ihren Fahrrädern Bahn gefahren. Beanstandet worden sei das nie.

„Die Karten sind nicht gültig“

Doch es kam für die Jungs noch schlimmer. Die Kontrolleurin steckte die Schokotickets in ihr Lesegerät und befand: „Die Karten sind nicht gültig.“ Das galt auch für ein zusätzliches Ticket, das Luis bereits für den Mai besaß. Folge: Die Kontrolleurin zog alle drei Tickets (zwei von Luis, eins von Alexander) ein. Susannes de West, Luis’ Mutter, sagt, sie habe gehört, dass die Abellio-Lesegeräte öfter streiken.

Wie dem auch sei: In solchen Fällen gilt: Wer ein gültiges Ticket innerhalb von 14 Tagen vorzeigen kann, muss nur eine Bearbeitungsgebühr von 7 Euro bezahlen, wer das nicht kann, zahlt 60 Euro. „Nur“, fragt Luis‘ Mutter, „wie sollen wir die Tickets denn vorzeigen, wenn sie uns weggenommen worden sind?“

„Ich wollte schon dem Zug hinterherfahren“

Stefanie Ritter, Alexanders Mutter, sagt, sie sei dermaßen sauer über das Vorgehen der Kontrolleurin gewesen, dass sie drauf und dran gewesen sei, dem Zug hinterherzufahren. „Sowas kann man auch anders regeln!“, sagt sie: „Zum Beispiel, indem man uns Eltern anruft. Das sind doch ehrliche Jungs, die keinen Blödsinn machen. Auch hätte man doch anhand der Kundennummern überprüfen können, ob es mit den Schokotickets seine Richtigkeit hat.“

Die Deutsche Bahn lässt die Ticketkontrolle von der Firma Abellio vornehmen. Deren Sprecherin Franka Spiekermann sagt, zu dem Vorfall sei es wegen der Fahrräder gekommen, für die ein Zusatzticket hätte gelöst werden müssen: „Das Einziehen des Tickets ist in diesem Fall nicht üblich, laut Beförderungsbedingungen aber zulässig.“

Sie kümmerte sich um den Fall – und sorgte letztlich dafür, dass Luis Vollmer und Alexander Ritter ihre Schokotickets zurückbekommen. Letzterer hatte sich mittlerweile jedoch ein neues Ticket gekauft. Nun müssen er oder seine Mutter versuchen, das Geld dafür wieder zurückzubekommen…

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter
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