Die Kreuzung Lanstroper Straße/Friedrichshagen gehört zu einem neuralgischen Verkehrspunkt in Lanstrop. Anwohner fürchten nach dem A2-Vollanschluss hier noch mehr Verkehr, als das ohnehin schon der Fall ist. © Andreas Schröter (A)
Lanstrop

A2-Vollanschluss: Dortmunder rechnen mit vielen Verkehrsproblemen

Der A2-Vollanschluss auf der Grenze von Lünen und Lanstrop wird von Anwohnern und Politikern nicht nur freudig begrüßt. Bürger befürchtet mehr Verkehrsprobleme.

Der A2-Vollanschluss auf der Grenze von Lanstrop und Lünen soll noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden. Der Arbeitskreis „Ja zu Lanstrop“ hat sich Gedanken zu den Auswirkungen für den Stadtteil im äußersten Nordosten gemacht.

Unfallrisiko werde sich erhöhen

Mit dem Vollanschluss werde sich die Verkehrsbelastung auf der Straße Friedrichshagen deutlich erhöhen. Der Arbeitskreis sieht vor allem ein Gefährdungspotenzial an der Kreuzung Friedrichshagen/Nordbruch/A2-Anschluss.

Mit solchen Pollern hat die zuvor zuständige Institution StraßenNRW die schon existierende Auf- und Abfahrt am Friedrichshagen vor einiger Zeit sicherer gemacht. Das lobt auch der Aktivkreis Ja zu Lanstrop
Mit solchen Pollern hat die zuvor zuständige Institution StraßenNRW die schon existierende Auf- und Abfahrt am Friedrichshagen vor einiger Zeit sicherer gemacht. Das lobt auch der Aktivkreis Ja zu Lanstrop. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Linksabbieger von der A2 Richtung Lünen nehmen Fahrern, die vom Nordbruch kommen, häufig die Vorfahrt. Mit dem Vollanschluss werde sich hier das Unfallrisiko weiter erhöhen. Der Arbeitskreis schlägt für diesen neuralgischen Punkt einen Kreisverkehr vor. 2016 wurde ein solcher Kreisverkehr allerdings von Verkehrsexperten unter Vorsitz der damaligen Landtagsabgeordneten Claudia Middendorf (CDU) abgelehnt. Für eine deutliche Verbesserung habe allerdings schon jetzt die Abpfostung der A2-Abfahrt gesorgt. Sie verhindert, dass mehr als ein Fahrzeug gleichzeitig auf den Friedrichshagen abbiegen kann.

Fehlender Gehweg sei Gefahr für Kinder

Die Kurler Straße verbindet Lanstrop mit Kurl. Dort gibt es an viele Stellen keinen Gehweg und es komme zu vielen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Dieser Zustand stelle für die Anwohner (insbesondere auch für Kinder) ein extrem hohes Risiko dar. Der Vollanschluss werde auch dort für mehr Verkehr sorgen, sodass die Probleme angegangen werden müssen, so der Arbeitskreis Ja zu Lanstrop.

Weil es an der Kurler Straße an einigen Stellen keinen Gehweg gibt, ergibt sich für Fußgänger ein Gefahrenherd
Weil es an der Kurler Straße an einigen Stellen keinen Gehweg gibt, ergibt sich für Fußgänger ein Gefahrenherd. © Andreas Schröter (A) © Andreas Schröter (A)

Die Lanstroper Straße verbindet in Ost-West-Richtung Dortmund mit Kamen. Das Verkehrsaufkommen sei schon jetzt durch Pendler sehr hoch, werde aber häufig durch Mautpreller (A2) und durch Ausweichverkehr bei Störungen auf der A2 deutlich erhöht. Gehwege sind meist nur einseitig und in unzureichender Größe vorhanden.

Mehr Verkehr auf der Lanstroper Straße, die schon jetzt als Verbindungsstrecke zwischen Kamen und Dortmund genutzt wird, fürchten die Anwohner durch den Vollanschluss der A2
Mehr Verkehr auf der Lanstroper Straße, die schon jetzt als Verbindungsstrecke zwischen Kamen und Dortmund genutzt wird, fürchten die Anwohner durch den Vollanschluss der A2. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Im Bereich der Einfahrt Wasserfuhr werden die mobilen Elemente zur Geschwindigkeitsreduzierung teilweise über den Gehweg umfahren, da in diesem Bereich keine Bordsteinkante vorhanden ist, so der Aktivkreis. Auch hier werde der Vollanschluss für noch mehr LKW-Verkehr sorgen, weil die Einsparung von Maut-Gebühren und die Umgehung von Staus jetzt in zwei Richtungen möglich werden.

Zebrastreifen benötigt

Der Friedrichhagen werde sehr stark und zu schnell befahren, so der Aktivkreis. Da die Straße sehr breit sei, stelle die Überquerung ein großes Risiko dar. Dies treffe insbesondere auf die Stelle an der Einmündung Schafstallstraße zu, die Lanstrop mit dem Wanderweg am Naturschutzgebiet und Naherholungsgebiet Lanstroper See verbindet. Der zunehmende Verkehr werde die Überquerung der Straße noch problematischer machen.

Bei Rückstau an der Einmündung Friedrichshagen/Lanstroper Straße werde zusätzlicher Verkehr in den Ortskern (Schafstallstraße/Alekestraße) gedrückt. Es werde daher dringend eine Hilfe – wie ein Zebrastreifen oder eine Mittelinsel – benötigt, die das Überqueren der Straße leichter mache.

Fahrbahn für Insel nicht breit genug

Die Einmündung Lanstroper Straße/Friedrichshagen ist ein stark frequentierter Verkehrsbereich mit schlechter Sicht. Viele Radfahrer, die vom Wasserturm oder Friedhof herunterkommen und auf den Radweg am Friedrichshagen wechseln wollen, überqueren hier die Straße. Optimal wäre aus Sicht des Aktivkreises ein Kreisverkehr mit Überquerungshilfe auf der Lanstroper Straße (Höhe Bushaltestelle). Dieser wurde bisher von der Verwaltung abgelehnt.

Die Bezirksvertetung Scharnhorst hat für diesen Bereich eine Ampel gefordert. Die Fußgängerinsel hatte die Verwaltung mit Verweis auf zu geringe Fahrbahnbreiten, die dabei entstehen würden, abgelehnt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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