Wer zurzeit im Südbad schwimmen will. muss sich einen Tag vorher telefonisch anmelden. © Stephan Schütze (A)
Digitalisierung

Südbad noch im digitalen Mittelalter – technische Probleme verzögern Öffnung

Wer nach dem Lockdown wieder seine Bahnen im Dortmunder Südbad ziehen möchte, muss sich noch gedulden. Bahnbrechendes sollte sich dort seit vergangenem Oktober tun. Passiert ist offenbar nicht viel.

Schon vor dem letzten Lockdown Mitte Oktober war es nicht einfach, zum öffentlichen Schwimmen Einlass ins Südbad zu finden. Das fing schon bei der Reservierung eines Zeitfensters an. Möglich nur per Telefon. „So mit Internet, das machen wir hier nicht“, bekamen Bürger zu hören, wenn sie am anderen Ende der Leitung oft erst nach vielen Versuchen jemanden erreichten.

Der freundliche Mensch am Telefon nahm dann Name, Anschrift und Mobilnummer handschriftlich auf und schrieb sie auf eine Liste für den nächsten Tag, die dann bei Eintritt ins Bad von zwei Mitarbeiterinnen abgehakt wurde. „Zahlung geht nur bar, und bitte passend, wechseln ist schwierig“, lautete die nächste Ansage.

Aber es gab Hoffnung, dass das digitale Zeitalter auch beim Bädermanagement der Stadt Dortmund einzieht; denn Stadtsprecherin Anke Widow kündigte damals an, die Vorbereitung zur Aufrüstung des Kassensystems in den drei städtischen Hallenbädern (Süd-, Nord- und Westbad) sei „in vollem Gange“.

Umsetzung „so schnell wie möglich“

Die Erweiterung auf ein elektronisches Reservierungssystem mit der Möglichkeit zur elektronischen Vorab-Bezahlung des Ticketpreises solle „so schnell wie möglich umgesetzt werden“, sagte die Stadtsprecherin, war aber so vorausschauend, keinen konkreten Termin zu nennen.

Irgendetwas muss tatsächlich den vollen Gang der Vorbereitungen abrupt gebremst haben. Möglicherweise war es der folgende Lockdown, der den Arbeitseifer im Wasserbecken versenkt hat. Jedenfalls ein Dreivierteljahr später arbeitet man bei der Stadt noch immer an einem Online-Reservierungsportal. Aber „mit Hochdruck“, teilte Stadtsprecherin Katrin Pinetzki am Freitag (11.6.) auf Anfrage mit.

Weil das Online-Reservierungsportal noch nicht einsatzbereit sei, könne das Südbad noch nicht am Freitag öffnen, erklärte Pinetzki – obwohl es die Corona-Lockerungen angesichts einer Inzidenz von unter 35 möglich gemacht hätten. Die Stadtsprecherin: „Es gibt da noch einige technische Probleme.“

Kein Bezahlen über das Portal

Die vereinsgeführten Hallenbäder in Aplerbeck, Eving und Scharnhorst öffnen ab Montag (14. Juni), das Bad in Hörde hat seit 11. Juni geöffnet. Für die von der Sportwelt Dortmund betriebenen Bäder in Brackel, Mengede und Lütgendortmund ist die Öffnung frühestens für Dienstag (15. Juni) geplant. Ausnahme ist das Hallenbad Hombruch, das derzeit wegen statischer Probleme nach der Dachsanierung noch nicht für die Nutzung freigegeben ist.

Als Öffnungstermin für das Südbad nennt Pinetzki den Mittwoch (16. Juni) – „voraussichtlich“. Den Eintritt wird man aber über das neue Portal nicht bezahlen können; denn damit lassen sich nur Zeitfenster reservieren und die Kontaktdaten erfassen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Gaby Kolle

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.