Nicht nur Leitkegel, sondern auch Stofftiere sorgten für die Umwandlung der Autospur in eine Fahrradspur. © Oliver Schaper
Fahrrad-Demo in Dortmund

Stofftiere und Fahrräder sorgen für gesperrte Autospur in der Innenstadt

In der Dortmunder Innenstadt kam es am Donnerstag zu Beeinträchtigungen für Autofahrer. Der Grund: Mit einer Demo feierten Fahrrad-Enthusiasten die Pläne der Stadt für eine wichtige Verkehrsachse.

Die Stadt Dortmund will bald einen großen Schritt für die angekündigte Verkehrswende gehen: Auf einer wichtigen Verkehrsachse nördlich des Hauptbahnhofs sollen Spuren umgewandelt werden.

Auf dem gesamten Straßenzug von der Jägerstraße über Heilige-Garten-Straße, Steinstraße und Grüne Straße bis zur Treibstraße soll es bald eine eigene Fahrspur für Fahrräder geben – sehr zur Freude der Dortmunder Radfahrer.

Um diese Freude zu zeigen, haben die Fahrradgruppen Aufbruch Fahrrad Dortmund und VeloCityRuhr kurzerhand bereits an Fronleichnam (3.6.) einen Teil der Strecke in einen Pop-Up-Fahrradstreifen umgewandelt.

Eine Spur der Heilige-Garten-Straße wurde am Donnerstag (3.6.) für die Radfahrer gesperrt.
Eine Spur der Heilige-Garten-Straße wurde am Donnerstag (3.6.) für die Radfahrer gesperrt. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Eine Spur für Autofahrer musste am Nachmittag weichen, während rund 50 bis 60 Fahrradfahrer ab 15 Uhr anlässlich des Weltfahrradtages auf einem Teil der Achse, von der Heilige-Garten-Straße über die Bornstraße, unterwegs waren.

Es lasse sich so bereits einmal ausprobieren, „wie sich die sichere Fahrt auf der Heilige-Garten-Straße eines Tages anfühlen wird“, meinte Felix Fesca von Aufbruch Fahrrad Dortmund.

Auch Stofftiere sorgen mit für die Absperrung

Die Radfahrer wurden dabei nicht nur von Leitkegeln, sondern auch von Stofftieren vor dem Autoverkehr geschützt. Mit Schildern und Plakaten demonstrieren die Teddys für gute Radwege – ein Symbol dafür, die Sicherheit insbesondere auch für Kinder zu erhöhen.

Die Radfahrer testeten, „wie sich die sichere Fahrt auf der Heilige-Garten-Straße eines Tages anfühlen wird“.
Die Radfahrer testeten, „wie sich die sichere Fahrt auf der Heilige-Garten-Straße eines Tages anfühlen wird“. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

„Dieser Straßenzug nördlich des Hauptbahnhofs ist eine wichtige Ost-West-Verbindung und bisher nicht gut mit dem Rad befahrbar“, sagte Sven Teschke von Aufbruch Fahrrad Dortmund und VeloCityRuhr.

Durchgängige und gute Radfahrstreifen auf dieser Achse seien eine enorme Verbesserung für den Radverkehr in der Nordstadt.

Bisher habe die Stadt den Radverkehr vor allem mit schönen Worten gefördert. Nun bestehe die Chance, den Worten auch Taten folgen zu lassen und auf einem wichtigen Straßenzug sichere und komfortable Radverkehrsanlagen anzulegen.

Noch ist Geduld erforderlich

Bis eine dauerhafte Umwandlung der Verkehrsachse kommt, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Zunächst einmal muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 24. Juni dem Vorschlag des Verwaltungsvorstandes zustimmen.

Dann soll nach dem Willen der Verwaltung 2022 eine verkehrstechnische Untersuchung stattfinden. Aktuell gehen die Verkehrsplaner davon aus, dass der Umbau an den Kreuzungen im Straßenverlauf zu mehr Staus für Autofahrer führen könnte. Man setzt aber darauf, dass bis zum Jahr 2030 der Autoverkehr auch durch Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs insgesamt zurückgeht.

Die Stofftiere sollten ein Zeichen für mehr Sicherheit für Kinder setzen.
Die Stofftiere sollten ein Zeichen für mehr Sicherheit für Kinder setzen. © Oliver Schaper © Oliver Schaper
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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland

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