Nach einem anonymen Hinweis wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit konnten Beamte des Hauptzollamts noch weitere Delikte aufdecken. (Symbolbild) © Hauptzollamt Dortmund
Nach anonymem Hinweis

Schwarzarbeit und illegaler Aufenthalt? Zoll kontrolliert Dortmunder Baustelle

Nach einem anonymen Hinweis hat das Hauptzollamt auf einer Dortmunder Baustelle nicht nur Schwarzarbeit aufgedeckt. Gegen einen Arbeitnehmer war bereits eine Abschiebung ausgeschrieben.

Eine Baustelle in der Dortmunder Innenstadt haben am Dienstag (1.6.) Beamte der Finanzkontrolle besucht – Verdacht auf Schwarzarbeit. Nicht nur dieser Verdacht bestätigte sich, es wurden zudem gleich zwei Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts eingeleitet.

Hinweisgeber wurde stutzig

Aufgrund eines anonymen Hinweises besuchte die Dortmunder Finanzkontrolle am Dienstag gegen 13 Uhr eine Baustelle in der Dortmunder Innenstadt. Wo genau sich die Baustelle befindet, könne aufgrund des Steuergeheimnisses und des Sozialdatenschutzes nicht mitgeteilt werden, erklärt Andrea Münch, Pressesprecherin des Hauptzollamts in Dortmund. Doch die Baustelle sei „wirklich direkt in der Innenstadt“, verrät Münch.

Der anonyme Hinweis bezog sich lediglich auf den Verdacht der Schwarzarbeit. Wie die Pressesprecherin erklärt, habe der Hinweisgeber die Situation auf der Baustelle bereits seit über einer Woche beobachtet. „Letztlich wurde er stutzig, da keine Firmennamen auf den Baufahrzeugen standen.“

Arbeitnehmer zur Festnahme ausgeschrieben

Vor Ort seien sieben Männer kontrolliert worden, darunter der 31-jährige aus Syrien stammende Arbeitgeber. Laut der Pressemitteilung habe er sich mit einem dänischen Aufenthaltstitel ausgewiesen. Für eine selbstständige Tätigkeit in Deutschland sei diese jedoch nicht ausreichend.

Auch um einer Beschäftigung nachgehen zu können, benötigen syrische Staatsangehörige einen Aufenthaltstitel, der zur Ausübung einer Tätigkeit in Deutschland berechtigt. Einer der Arbeitnehmer auf der Baustelle – ein 21-jähriger Syrer – hatte einen griechischen Aufenthaltstitel.

Doch nicht nur der Verdacht auf Schwarzarbeit hatte sich bestätigt: Der 21-Jährige aus Syrien arbeitete zusätzlich unter falschem Namen auf der Baustelle. Denn unter anderen Personalien sei der Mann bereits zur Festnahme wegen Abschiebung durch die Ausländerbehörde ausgeschrieben gewesen.

Strafverfahren wegen illegalen Aufenthalts

Der 21-Jährige Syrer wurde vor Ort festgenommen. Zudem wurden gegen ihn und den Arbeitgeber Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts eingeleitet. Den Arbeitgeber erwartet außerdem noch ein Strafverfahren wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt.

„Es besteht weiterhin der Verdacht, dass keiner der angetroffenen Arbeitnehmer zur Sozialversicherung angemeldet worden ist beziehungsweise werden sollte“, teilt Marcus Krüger mit, Kontrollbeamter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Dortmund. „Der anonyme Hinweis und die Kontrolle beendeten die mutmaßliche Schwarzarbeit aller sieben Männer“, so Krüger.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1999 in Dortmund geboren und aufgewachsen. Seit 2017 Medienwissenschafts- und Sowi-Studentin an der RUB. Nach zwei Jahren im Fernsehjournalismus, 2020 auch bei den Ruhr Nachrichten. Im Regionaljournalismus möchte ich über Geschehnisse und Menschen aus unmittelbarer Nähe berichten, so wie über das was sie und uns bewegt.
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Sophie Conrad

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