Das Dortmunder Freibad war 2020 nur für wenige Wochen geöffnet. In diesem Jahr soll es ganz geschlossen bleiben. © Lukas Wittland (Archiv)
Freibad Stockheide

Schließt Stockheide für immer? Hunderte Dortmunder setzen sich für Freibad ein

Die ungewisse Zukunft des Freibads Stockheide in der Nordstadt sorgt weiter für Diskussionen. Jetzt gibt es eine Online-Petition für den Erhalt des Bades. Und auch die Rats-SPD hat reagiert.

Auf 7 Millionen Euro werden aktuell die Kosten für eine Sanierung des Freibads Stockheide in der Dortmunder Nordstadt geschätzt, allein 250.000 Euro soll es nach Angaben der Stadt kosten, das altehrwürdige Bad für diese Saison notdürftig fit zu machen. Deshalb soll Stockheide nach dem Mehrheitsvotum im Sportausschuss des Rates in diesem Jahr geschlossen bleiben.

Über die Sanierung des Bades soll erst zusammen mit einem neuen städtischen Bäderkonzept im Mai entschieden werden. Ein Antrag der Grünen, schon jetzt den Erhalt von Stockheide zu versprechen, fand keine Mehrheit. Zuletzt kündigte die SPD in der Nordstadt an, sich für eine Öffnung des Freibads schon in diesem Jahr einzusetzen.

Jetzt gibt es auch eine Online-Petition für den langfristigen Erhalt von Stockheide. Die Dortmunderin Petra Schulte-Fischedick sammelt damit Online-Unterschriften, die Oberbürgermeister Thomas Westphal vorgelegt werden sollen.

„Wir wollen, dass Stockheide erhalten und grundlegend saniert wird, auch wenn es teuer ist. Gerade für die Kinder der dicht besiedelten Stadtteile Nord und Ost brauchen wir ein Freibad, das wir unkompliziert sogar mit dem Fahrrad erreichen können. Stockheide ist ein Stück Lebensqualität, das erhalten werden muss“, heißt es in der Petition, die am Mittwochmittag (27.1.) schon mehr als 700 Unterstützer hatte.

Rats-SPD weiter für Bad-Erhalt

Derweil bemüht sich die SPD-Ratsfraktion die Wogen zu glätten. Es sei noch keine Entscheidung gegen das Freibad Stockheide und dessen Sanierung getroffen worden, heißt es in einer Mitteilung. Der Sportausschuss habe sich lediglich dafür ausgesprochen, das sanierungsbedürftige Bad in dieser Saison nicht zu öffnen.

„Das Freibad dieses Jahr zu öffnen, hätte bedeutet vor einer unsicheren Situation in Hinblick auf die Corona-Pandemie mehrere hunderttausend Euro in die provisorische Ertüchtigung des Bades zu stecken. Dieses Geld sehen wir von der SPD-Fraktion deutlich besser in die umfangreiche Renovierung des Nordstadtbades im Rahmen des Bäderkonzeptes investiert“, erklärt SPD-Ratsherr Torsten Heymann.

Die SPD-Fraktion fordere bereits seit mehr als zehn Jahren die Renovierung und den Erhalt des Freibades. An dieser Forderung habe sich nichts verändert. Den Vorstoß der Grünen mit der Forderung nach dem „gar nicht zur Diskussion stehenden Erhalt“, bezeichnen die Sozialdemokraten als „reine Symbol- und Show-Politik“.

„Fakt ist, dass der Beschluss zur Entwicklung des Hoeschparks und des Freibads Stockheide zu einem überregionalen Integrations-, Gesundheits-, Sport- und Freizeitpark gefasst wurde und Bestand hat“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Hendrik Berndsen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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