Roland Byner, Fachberater für Reptilien, durchsuchte den Keller des Hauses in der Wittelsbacher Straße. Neben Erika Sahm leben dort acht weitere Mietparteien. © Dennis Werner
Bewohnerin (81) berichtet

Schlangen-Alarm in Dortmund: „Da kriegt man erst einmal einen Schrecken“

Dieses Silvester bleibt in Erinnerung: Weil eine Schlangenhaut im Keller gefunden worden war, musste ein Haus evakuiert werden. Eine Mieterin (81) berichtet, wie sie den Tag erlebt hat.

Eine Schlangenhaut, einen Meter lang, hat zum Jahreswechsel den Silvesterabend einer ganzen Hausgemeinschaft durcheinandergewirbelt. Das zugehörige Tier könne giftig sein, hieß es, deswegen war Vorsicht angesagt. Experten durchsuchten den Keller des Mehrfamilienhauses in der Wittelsbacherstraße im Dortmunder Saarlandstraßenviertel. Das Haus wurde evakuiert. Auch Erika Sahm (81) musste für eine Nacht und einen Tag ihre Wohnung verlassen.

„Ich kam gerade vom Einkaufen, als ich einen Polizeiwagen vor unserer Haustür gesehen habe, die Tür stand offen“, berichtet Erika Sahm im Gespräch mit dieser Redaktion. „Da kriegt man erst einmal einen Schrecken.“ Ein Polizist habe ihr dann in einem Eimer die Schlangenhaut gezeigt. „Ich habe mich dann sofort an die Situation mit der Kobra in Herne erinnert und gesagt, hoffentlich haben wir hier keine Herner Verhältnisse“, erzählt die Hausbewohnerin.

Mieter durften das Nötigste aus den Wohnungen holen

Die Anwohner des Dogewo-Hauses durften noch einmal kurz in ihre Wohnungen, um das Nötigste zu holen. Auf der Hohen Straße stand ein Bus bereit, in dem sie sich aufhalten konnten. So musste niemand in der Kälte ausharren.

Vom Ringhotel Drees sei dann jemand rübergekommen, um anzubieten, auch dort zu verweilen. „Das war echte Nachbarschaft“, sagt Erika Sahm zwei Tage nach der Evakuierung. Im Hotel gab es Kaffee, und die Hausgemeinschaft kam – natürlich Corona-bedingt mit genügendem Abstand – zusammen.

Damit die Keller durchsucht werden können, wurden die Bewohner gebeten, ihre Schlüssel den Schlangenexperten zu überlassen. Auch die Wohnungen wurden durchsucht.

Schlangenexperten stellten Fallen auf

Eine Situation, wie sie alle noch nie erlebt hatten. Das Haus wurde zunächst gesperrt, Schlangenexperten präparierten das Gebäude mit Klebefallen und Mehl, um Spuren des Tieres zu entdecken oder es gar zu fangen. Doch auch am Samstag gab es noch keine Hinweise auf die Schlange, bei der es sich um eine Nattern-Art handeln könnte. Dazu gehören auch giftige Kobras und Mambas.

Die Hausbewohner verbrachten die Nacht bei Bekannten oder Verwandten oder eben im nahegelegenen Hotel Drees. Erika Sahm übernachtete bei einer Bekannten, den Neujahrstag verbrachte sie bei Verwandten. „Wir hatten uns nicht auf länger eingerichtet“, sagt sie, deshalb sei sie froh gewesen, dass dann am Neujahrsabend die erlösende Nachricht kam: Die Wohnungen seien durchsucht, der Keller gesperrt und versiegelt, die Bewohner dürften wieder in ihre Wohnungen. „Das war einfach nur schön“, sagt Erika Sahm. Sie sei froh, zuhause sein zu können: „Da sieht man einmal, was es heißt, wenn jemand wegen eines Brandes oder durch Krieg nicht in seine Wohnung darf.“

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Redaktion Dortmund
Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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Dennis Werner

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