Selbst die Außengastronomie des Restaurants ist seit Monaten geschlossen. © Björn Althoff
Corona-Schließung

Restaurant im Kreuzviertel: So holt der Chef alle aus der Kurzarbeit

Die Restaurants in Dortmund sind seit Monaten geschlossen. Ein Gastronom aus dem Kreuzviertel hat aber einen Plan, wie er seine Mitarbeiter weiter beschäftigen kann. Sie bekommen eine neue Aufgabe.

Draußen wird es frühlingshaft, aber Bier wird an den Holztischen nicht serviert. Wein, Wasser und warme Gerichte auch nicht. Höchstens zum Mitnehmen gibt es etwas in diesem Restaurant im Kreuzviertel.

Von einem Betrieb drinnen ganz zu schweigen: Selbst wenn sich irgendwann die Corona-Bestimmungen lockern, selbst wenn irgendwann wieder Gäste in den Außenbereich kommen dürfen – in geschlossenen Räumen dürfte das Ansteckungsrisiko zu groß sein.

Etwas Gutes – für viele Beteiligten

Düstere Aussichten sind es für Gastronomen. Detlef Lotte hatte aber eine Idee, wie er in mehrerer Hinsicht etwas Gutes tun könnte: für den Laden, für alle Dortmunder, vor allem aber für das eigene Personal.

„Es geht in der Hauptsache darum, dass wir für unsere Mitarbeiter etwas Gutes tun“, sagt der Gastronom, der Chef ist im „Diekmann‘s“ an der Wittbräucker Straße in Syburg sowie in zwei Läden im Kreuzviertel.

Orangefarbene Aufkleber verraten, was kommt

Dort betreibt er nicht nur das „Buffalo Beef“ an der Redtenbacherstraße, sondern auch das „Schönes Leben“ einen Block weiter an der Ecke Neuer Graben/Arneckestraße. Und an dessen Scheiben kleben seit ein paar Tagen große orangefarbene Aufkleber.

Auch wenn die Zettel hier noch etwas Anderes versprachen: Das
Auch wenn die Zettel hier noch einen früheren Starttermin versprochen hatten: Das “Schönes Leben” im Kreuzviertel ist seit Mittwoch (28.4.) ein Schnelltest-Zentrum. © Björn Althoff © Björn Althoff

Sie weisen hin auf ein neues Corona-Schnelltest-Zentrum, betrieben von der Prävent GmbH. Die Fachleute für Betriebsmedizin und Arbeitssicherheit haben schon fünf solcher Zentren: am Helenenbergweg sowie im Dustmann-Store in Hombruch, in „Günnas“ Theater Olpketal, in der Küchen-Wirtschaft Bismarck im Kaiserstraßenviertel sowie am Freischütz an der Ortsgrenze zu Schwerte.

Mitarbeiter können sich „ne Mark dazuverdienen“

Nun kommt das „Schönes Leben“ als weiteres Restaurant auf diese Liste. Man habe es da mit Experten zu tun, lobt Detlef Lotte. Das ergänze sich doch alles hervorragend.

„Es passt zu uns, zu unserer Einstellung“, unterstreicht der Gastronom: „Unsere Mitarbeiter werden geschult und können dann diese Tests durchführen.“ Einige könnten sich „dann ‘ne Mark dazuverdienen“, zum Beispiel die Hilfskräfte, denen ja nach der coronabedingten Schließungen das Einkommen weggebrochen sei.

Endlich raus aus der Kurzarbeit

Die Festangestellten könne er durch diese neue Perspektive sogar aus der Kurzarbeit herausholen. Aktuell bietet das „Schönes Leben“ zwar etwas zum Mitnehmen an. Ein bisschen gibt es also zu tun.

Aber ausreichend sei das natürlich nicht, sagt Lotte: „Es ist purer Realismus. Man sollte nicht zu euphorisch sein, dass wir bald wieder öffnen können.“ Seine Hoffnung: Vielleicht nehme so mancher nach dem kostenlosen Bürgertest noch einen Coffee-to-go mit.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff
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