Zumindest zeitweise sollen Innenstadt-Straßen zu echten Spielstraßen werden. Die Wahlkampfaktion der Grünen im Sommer 2020 - hier in der Kleinen Beurhausstraße - soll Schule machen. © Oliver Volmerich (Archiv)
Antrag der Grünen

Platz für Kinder: Dortmund soll bald Spielstraßen auf Zeit bekommen

Einmal pro Woche oder Monat verwandeln sich Innenstadt-Straßen in Spielstraßen auf Zeit. Autos müssen dann weichen. Diese Idee soll jetzt auch in Dortmund umgesetzt werden.

Es war eine nette Wahlkampf-Aktion. Zumindest für einen Sonntagnachmittag gehörten im Sommer 2020 sonst viel befahrene Straßenabschnitte in der Dortmunder Innenstadt Kindern und Familien. Die Grünen hatten sie zu temporären Spielstraßen erklärt und warben damit für die Umsetzung einer Idee, die in anderen Städte wie etwa Berlin schon Schule gemacht hat.

Die Resonanz war vielversprechend, nicht nur beim Wahlkampf der Grünen, die die Aktionen in der Braunschweiger Straße, in der Kleinen Beurhausstraße und in der Landgrafenstraße an insgesamt drei Sonntagen vor der Kommunalwahl als Demonstrationen angemeldet hatten, sondern auch bei einem Spielstraßen-Experiment von vier Raumplanungs-Studentinnen in einem Straßenabschnitt im Union-Viertel.

Nicht nur Kinder nutzten die autofreie Straße. Erwachsene genossen mit Klappstuhl und Kaffee ebenfalls den kurzzeitigen Freiraum im Freien für nachbarschaftlichen Austausch.

Grünen-Antrag wurde angenommen

Die Grünen ergriffen daraufhin die politische Initiative und brachten einen Antrag im Kinder- und Jugendausschuss auf den Weg, mit dem die Verwaltung gebeten wird, ein Konzept für temporäre Spielstraßen in Dortmund zu erarbeiten. In der letzten Ausschuss-Sitzung wurde er beschlossen.

„Wir wollen das Draußenspielen von Kindern erleichtern. Denn die Bedingungen dafür haben sich an vielen Stellen verschlechtert“, erklärt Britta Gövert als Grünen-Vertreterin im Ausschuss für Kinder- und Jugendausschuss. Die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie verschärften darüber hinaus auch auf vorhandenen Spielplätzen die Nutzungsmöglichkeiten.

Konzept setzt auf Kooperation

„Kinder und Familien benötigen deshalb insbesondere in den verdichteten Innenstadtbezirken mehr Platz für Spiel und Bewegung. Eine Möglichkeit ist dabei die Einrichtung temporärer Spielstraßen direkt vor der Haustür vieler Kinder“, ist Britta Gövert überzeugt.

Der beschlossene Antrag der Grünen sieht vor, dass vorrangig in jedem der drei Innenstadtbezirke mindestens ein geeigneter Straßenabschnitt als temporäre Spielstraße ausgewiesen werden soll. Anwohnerinnen und Anwohner sollen dabei in die Planungen einbezogen werden. Für die Umsetzung sind zusätzlich Kooperationen mit interessierten Anwohnern, Kinder- und Jugendverbänden, Spielinitiativen und ähnlichen Organisationen anzustreben.

„Mit den temporären Spielstraßen kommen wir unserem Anspruch und Ziel, mehr Platz für Kinder zu schaffen, ein Stück näher“, freut sich Britta Gövert.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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