Mit Holz verkleidet und mit Grün bepflanzt: So soll sich die Anlage präsentieren. © SHA
Kassenärztliche Vereinigung

Parkplatz-Sorgen von Anwohnern: Lösung gefunden – Pläne sind außergewöhnlich

Mit einem neuen Verwaltungsgebäude will die KVWL ihren Sitz erweitern. Die Anwohner machen sich Sorgen um die Parkplätze im Viertel: Wohin mit noch mehr Autos? Nun gibt es eine Lösung.

Die Ausbaupläne der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) an der Robert-Schimrigk-Straße hatten bei den Anwohnern in der Gartenstadt größte Befürchtungen ausgelöst.

Der Parkdruck in den Wohngebieten rund um die Karl-Liebknecht-Straße sei immens, hieß es. Sogar Garagen und Zufahrten würden zugeparkt. Wie solle das erst werden, wenn die KVWL ihr neues Verwaltungs- und Seminargebäude („Campus“) bauen würde? Noch mehr Auto- und Parkverkehr?

Zumal der Erweiterungsbau parallel zur B1 auf den Parkplätzen vor der KVWL errichtet werden soll – und damit bestehende Stellplätze sogar noch verlorengehen…

All das kochte bei einer Bürgerveranstaltung bereits im Juli 2018 hoch. Die Antwort der KVWL war damals zweigeteilt: Vorstand Thomas Müller versprach, sich rasch um Ausweichparkplätze auf dem Nachbar-Grundstück (Westfalentor) zu bemühen. Inzwischen ist klar: Die Gespräche mit DSW21 (bzw. der DSW21-Tochter „Westfalentor“) haben gefruchtet. KVWL-Mitarbeiter stellen dort seit Längerem ihre Wagen ab.

KVWL schwenkt auf ein Mitarbeiter-Parkhaus um

Es sollte ein Zwischenschritt sein. Als dauerhafte Lösung brachte die KVWL für ihren „Campus-Neubau“ eine zweite Tiefgarage ins Spiel. Sie sollte die bestehende, rund 70 Plätze große Anlage ergänzen. 160 Autos sollten in der neuen Tiefgarage Platz finden. Doch der Plan ist zu den Akten gelegt. „Die Realisierung war de facto unmöglich“, sagt KVWL-Vorstand Thomas Müller.

Vor dem Bau der Tiefgarage hätten zunächst umfangreiche Gas- und Wasserleitungen verlegt werden müssen. „Die Kosten wären wirtschaftlich nicht mehr darstellbar gewesen“, argumentiert Müller. „Zudem hätten wir einen monatelangen Zeitverzug gehabt.“

Jetzt gibt es eine Alternative: Anstelle einer Tiefgarage geht die KVWL in die Höhe und baut auf dem „Westfalentor-Gelände“ ein Parkhaus. Es hat insgesamt fünf Geschosse (davon eines unterirdisch) und soll Platz für 166 Autos bieten. Es könnte zum Blickfang werden: Die Pläne des Dortmunder Büros SHA (Scheffler Helbich Architekten) sehen eine stählerne Fassade vor, die hinter eine Holzverkleidung verschwindet, die obendrein umfangreich begrünt wird.

Können dort bald auch Anwohner der Gartenstadt parken?

Die Zufahrt ins Parkhaus führt über die vorhandene Tiefgarage an der Jülicher Straße. Parken dürfen ausschließlich KVWL-Beschäftigte – vorläufig. Dass muss nicht so bleiben:

Die KVWL will sich die Option fürs Anwohnerparken ausdrücklich offenhalten, wie Vorstand Müller betont. „Zurzeit ist das aber kein Thema.“ Die Kosten für die Anlage sollen sich bei „rund fünf Millionen Euro“ bewegen.

Die Einfahrt ins Parkhaus erfolgt über die bestehende Tiefgarage an der Jülicher Straße. © Beushausen © Beushausen

Die KVWL hat den Grundstückvertrag mit der DSW21-Tochter „Westfalentor“ (51 Prozent DSW21, 49 Prozent Sparkasse Schwerte) vor Kurzem unterzeichnet. Im September soll der Bauantrag eingereicht werden. Müller rechnet mit dem Baustart im Frühjahr 2022 – und im Frühherbst 2022 mit der Eröffnung.

Bauantrag für Campus-Gebäude kommt im August

Unterdessen bereitet die KVWL gleich einen weiteren Bauantrag vor – für das gewünschte „Campus“-Gebäude am Hauptsitz in der Robert-Schimrigk-Straße. Der Antrag soll bereits im August eingereicht werden.

Geplant ist ein sechsgeschossiger Neubau mit einer Gesamtfläche von 6400 Quadratmetern. Das Gebäude soll mit dem Haupthaus verbunden werden. Neben dem Abrechnungs- und Beratungszentrum sollen dort Konferenz- und Seminarräume untergebracht werden.

Hintergrund: Die KVWL möchte ihre angemieteten Standorte loswerden und ihre rund 1000 Mitarbeiter in Dortmund an ihrem Stammsitz bündeln. Weil das Haupthaus bereits jetzt gut gefüllt ist, soll der Erweiterungsbau her. „2022“, sagt Vorstand Müller, „würden wir gern beginnen.“ Voraussichtliche Bauzeit: zwei Jahre. Zu den aktuellen Kosten mochte sich Müller nicht äußern. Im Juli 2018 war von „rund 30 Millionen Euro“ die Rede.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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