Zwar sei die Fledermaus sehr klein und putzig gewesen, doch das gefährliche Gebiss war nicht zu übersehen, erzählt die Dortmunderin. © Annika Pohl
Kuriose Entdeckung

„Niedlich, aber böses Gebiss:“ Dortmunderin hatte unerwarteten Besuch

Eine sonderbare Entdeckung hat eine Dortmunderin in ihrer Wohnung im Kaiserviertel gemacht - sie hatte einen unerwarteten Gast. Das weitere Vorgehen gestaltete sich dann eher als schwierig.

Als Annika Bahl an einem Sonntagvormittag ihre Wohnung in der Dortmunder Kaiserstraße betritt, traut sie ihren Augen nicht. „Es war kurios und die Rollläden waren noch unten, also war es dunkel – und erst dachten wir, da ist eine Vogelspinne auf dem Boden.“

Beim näheren Hinschauen stellte sich aber heraus, dass es sich bei der vermeintlichen Vogelspinne um eine eher seltene Fledermausart handelte, die sich in die Wohnung in der Dortmunder Kaiserstraße verirrt hatte.

„Kleiner Abendsegler“ suchte einen Unterschlupf

Wieso sich die Fledermaus ausgerechnet in dieser Wohnung aufhielt ist unklar. Vermutet wird aber, dass sie einen Unterschlupf gesucht hat.

Zu dieser Jahreszeit sei das allerdings eher untypisch, denn die Gattung „Kleiner Abendsegler“ sei zu der jetzigen Jahreszeit eigentlich in Südosteuropa, meint Annika Bahl. „Als wir sie gefunden haben, wussten wir nicht so richtig, was wir machen sollten. Erstmal haben wir den Zoo angerufen.“

Einen solchen tierischen Besuch hatte die Dortmunderin bisher nicht, sagt sie. „Die Fledermaus war viel zu klein und viel zu putzig, wir hatten Angst, ihr weh zu tun.“

Bemerkenswert war aber trotzdem: „Sie war sehr niedlich, aber sie hatte schon ein böses Gebiss.“ Letztlich habe sich dann aber die Tierschutzorganisation Arche90 zurückgemeldet – doch auch da habe es erstmal Hürden gegeben.

„Kleiner Abendsegler“ war sehr durstig

„Die Arche ist eigentlich nur für Haus- und Hoftiere zuständig und musste dann erstmal eine Genehmigung einholen“, so die Dortmunderin. Das hat dann hinterher aber doch geklappt.

Der „Kleine Abendsegler“ wurde schließlich noch am selben Tag in der Dortmunder Wohnung von der Arche90 abgeholt und dem Paar Irmgard Devrient und Reinhard Wohlgemuth übergeben.

Zwar sei die Fledermaus sehr klein und putzig gewesen, doch das gefährliche Gebiss war nicht zu übersehen, erzählt die Dortmunderin.
In ihrer Wohnung im Dortmunderin Kaiserstraßenviertel machte die Dortmunderin Annika Bahl eine kuriose Entdeckung – eine Fledermaus hatte sich in ihre Küche verirrt. © Bahl © Bahl

Das Paar aus Holzwickede ist seit über 30 Jahren Teil des Arbeitskreises Fledermausschutz des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und kümmert sich um gefundene Fledermäuse aus Holzwickede und Dortmund. Reinhard Wohlgemuth erklärt: „Die Fledermaus muss schon etwas länger in der Wohnung gewesen sein, die war sehr durstig.“

„Viel Wasser und Mehlwürmer“

Bei der Abgabe an das Paar habe sie gerade mal 15,5 Gramm gewogen. Doch laut den Tierschützern sei das Gewicht völlig im Rahmen – normalerweise wiege der kleine Abendsegler zwischen 10 und 18 Gramm, so Wohlgemuth. „Wir haben die Fledermaus wieder aufgepäppelt und mit viel Wasser und Mehlwürmern gefüttert.“

Nach zwei Tagen habe die Fledermaus – ein Weibchen – bereits zwei Gramm zugelegt gehabt und wieder selbst gefressen. Außerdem habe sie schon wieder versucht zu fliegen, erklärt Wohlgemuth, sodass die Tierschützer den kuriosen aber niedlichen Tierbesuch drei Tage später wieder freigelassen haben.

Die Fledermaus war ziemlich klein.
Die Fledermaus war ziemlich klein. © Annika Bahl © Annika Bahl
Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1999 in Dortmund geboren und aufgewachsen. Seit 2017 Medienwissenschafts- und Sowi-Studentin an der RUB. Nach zwei Jahren im Fernsehjournalismus, 2020 auch bei den Ruhr Nachrichten. Im Regionaljournalismus möchte ich über Geschehnisse und Menschen aus unmittelbarer Nähe berichten, so wie über das was sie und uns bewegt.
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Sophie Conrad

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