Führen die Praxis nun gemeinsam (v.l.): Dr. Biju Thomas Mathew, Dr. Miriam Gizbili und Berka Ngassa. Auch Dr. Alfons Gersmann übernimmt weiter Aufgaben. © Althoff
Hausärzte

Neue Arzt-Generation übernimmt Praxis in der südlichen Innenstadt

Diese Praxis ist älter als die Ärzte, die dort praktizieren: In Dortmunds südlicher Innenstadt hat eine neue Generation übernommen. Wobei: Für einige Aufgaben bleibt der alte Chef noch dabei.

Dr. Gersmann ist gar nicht mehr da?“ Diese Frage sei von vielen Patienten gekommen, sagt Dr. Miriam Gizbili. Sie ist nicht nur Alfons Gersmanns Tochter, sondern auch seit 2010 Teil dieser Hausarztpraxis an der Saarlandstraße 76-80.

Die Antwort: Er hat sich weitestgehend zurückgezogen, bleibt aber für manche Aufgaben noch an Bord.

Das hängt damit zusammen, dass die Übergabe an eine jüngere Generation seit Anfang Januar komplett abgeschlossen ist in der Praxis, die es seit 1954 gibt. 1986 übernahmen Alfons Gersmann und Dr. Friedrich Obermeier. 1991 stieg Gersmanns Frau Maria ein, auch sie als Ärztin mit Doktortitel.

Langsamer Ärzte-Wechsel: 2015, 2018 und 2021

„Ich bin seit 1986 in der Praxis aufgewachsen“, erinnert sich Gersmann-Tochter Miriam. 2010 stieg sie dort als Assistenzärztin ein. 2015 übernahm sie den Sitz von Friedrich Obermeier, der aus Altersgründen ausschied.

2018 ging auch Maria Gersmann. Es übernahm Berka Ngassa, die als Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie aus dem Klinikum Dortmund kam. Seit 2020 ist Dr. Biju Thomas Mathew mit in der Klinik.

Im langsamen Übergang führte Alfons Gersmann den Internisten und Kardiologen ein, der vorher leitender Oberarzt im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten war und der seit Anfang 2021 nun Gersmanns Platz übernahm.

„Wir können uns gut austauschen“

„Es ist gar nicht so leicht, Ärzte zu kriegen, die aus den Kliniken kommen und in Hausarztpraxen gehen“, sagt Gersmann erfreut. Er freue sich auf den persönlichen Kontakt zu vielen Menschen, unterstreicht Mathew. So reizvoll ein Klinikbetrieb auch sei – dort begleite man Menschen eben nur kurz und auch nur in einer Fachrichtung.

Das Ganzheitliche sei ihnen in der Praxis wichtig, findet Dr. Miriam Gizbili, die Gersmann-Tochter: „Wir können uns gut untereinander austauschen“, verdeutlicht sie. „Ich glaube, dass die ganzen hausärztlichen und internistischen Erkrankungen auch ernährungsmedizinisch unterstützt werden können.“ Zudem ist sie Spezialistin für Reisemedizin und damit zusammenhängende Impfungen.

Dazu der Herz-Spezialist sowie die Fachfrau für alles rund um das Thema Verdauung – das sorge für viel Fachwissen, „damit wir mit Kenntnissen die Befunde besser bewerten können und die Patienten besser betreuen können“, wirbt Alfons Gersmann.

Ganz weg ist Alfons Gersmann nicht

Was er jetzt mache? „Ich bin nicht so gebrechlich, dass ich nicht mehr arbeiten kann“, sagt der 67-Jährige schmunzelnd, aber man habe ja seine Lebensplanung: „Jetzt ist der Punkt da, dass man die Praxis übergeben kann.“

Wobei: Ganz weg ist Dr. Gersmann nicht. Er, der sich seit Jahrzehnten verdient gemacht hat in der Palliativmedizin in Dortmund, sagt: „Ich werde als Palliativarzt für die Patienten unserer Praxis weiter tätig sein.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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