Großes Medieninteresse: Auch mehreren Fernsehteams musste Marco Trapani seine Geschichte erzählen. © Oliver Schaper
Corona-Lockdown-Ende

Nachts geöffnet: Friseur aus Dortmund schafft es zu CNN und New York Times

Ein Friseur aus Dortmund schneidet mitten in der Nacht Haare. Keine 24 Stunden später steht er in der „New York Times“ und ist in einem chinesischen TV-Beitrag zu sehen.

Was mit einer fixen Idee im Dortmunder Kreuzviertel begann, schaffte es in wenigen Stunden einmal um die Welt: nach New York und Australien, in TV-Beiträge auf Chinesisch und Türkisch.

Direkt um 0.01 Uhr am 1. März wollte Marco Trapani öffnen. Nach dem langen Corona-Lockdown, der seit Mitte Dezember anhielt, hatten einige Kunden und auch der Friseur selbst so große Sehnsucht, dass sie bereit waren, sich mitten in der Nacht zu treffen. An einem Montag auch noch, der ja traditionell bei Friseuren der freie Tag ist.

Erst meldeten sich viele deutsche Medien

Einigen Journalisten, die er kannte, hatte Trapani das vorab verraten: den Ruhr Nachrichten und Sat1. Dass aber so viele auf diese Geschichte aufmerksam würden – damit habe er niemals, nein: niemals gerechnet, unterstreicht der 52-Jährige.

Nicht nur, dass in den Tagen, nachdem sein Plan öffentlich wurde, Bild und RTL anriefen sowie der WDR und Radio 91.2, dass sie alle auch dabei sein wollten am 1. März um 0.01 Uhr. Über die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wurden auch fast alle Medien des Landes beliefert mit dem Namen Trapani.

Drinnen Fotos machen und Videos aufnehmen? Zu eng, als dass es alle Medien gleichzeitig durften. Dieses Foto der Deutschen Presse-Agentur entstand dann auch von außen.
Drinnen Fotos machen und Videos aufnehmen? Zu eng, als dass es alle Medien gleichzeitig durften. Dieses Foto der Deutschen Presse-Agentur entstand dann auch von außen. © dpa © dpa

Dann kamen Reuters, Spiegel und NYT

Und denjenigen, die die dpa-Fotos nicht wollten – so wie Der Spiegel – denjenigen blieben ja noch die Bilder, die im Auftrag der internationalen Nachrichtenagenturen gemacht wurden: für AFP etwa oder für Reuters.

Die Kreise, die das nächtliche Haareschneiden zog, wurden schnell international. Ein Journalist aus Berlin, der deutsche Medien im Blick hat, erwähnte in einem Artikel für die „New York Times“ nicht nur Angela Merkel, die Situation der Friseure und der Träger herausgewachsener Frisuren, sondern eben auch Kuriositäten rund um die Wiedereröffnung der Hairdresser in Germany.

Ein Satz nur, aber eben ein Satz dort

Und während der Name des Friseurs, der in Bayreuth seinen ersten Nach-Lockdown-Haarschnitt für einen guten Zweck versteigert hatte, nicht genannt wird, steht da einigen Zeilen weiter oben: Marco Trapani.

Es ist nur ein einziger Satz: Trapani, der seinen Salon in Dortmund, „in western Germany“, in den frühen Montagsstunden öffnete, sei für den ganzen Monat ausgebucht.

Auf CNN und in einem Beitrag auf Chinesisch

„Aber – hey – ich stehe in der New York Times“, sagt Trapani. Im Bild ist er da zwar nicht zu sehen. Dafür sind Video-Sequenzen über die Agentur Reuters zu vielen Sendern und Seiten gekommen, bis zu CNN sogar.

Kurioser wirkt aber noch der Fernsehbeitrag von New Tang Dynasty TV beispielsweise, einem Sender aus Nordamerika. Nach zehnsekündiger Anmoderation auf Chinesisch ist Trapani auf Deutsch zu hören, bevor es zehn Sekunden später auf Chinesisch mit dem Thema deutsche Baumärkte weitergeht.

„Eine Konfettikanone gehört einfach mal dazu“

Warum sind diese Bilder so um die Welt gegangen? Warum haben Medien von Tschechien bis Taiwan, von Augsburg bis Australien Trapanis Fotos veröffentlicht?

Der Dortmunder Friseur unterstreicht: „Diese Bilder geben klar zu verstehen, dass wir uns riesig freuen, das tun zu können, wofür wir angetreten sind: Menschen glücklich zu machen mit schönen Haaren.“

Welche Bilder wolle man denn sehen rund um den Planeten, fragt Trapani und gibt direkt die Antwort: „Nicht nochmal Corona-Kranke, nicht nochmal ein Krankenhaus oder ein Altersheim.“ Nein: Die Fotos und Videos würden Spaß transportieren. „Eine Konfettikanone gehört einfach mal dazu, wenn ich endlich wieder arbeiten darf. So eine Wiedereröffnung muss auch zelebriert werden.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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