Schatzmeister Lothar Steins, Hanne Winden und Vorstandsvorsitzender Ulrich Winden ärgern sich über die wildwuchernden Pflanzen vor ihrer Kleingartenanlage. © Saskia Rudnik
Schrebergarten 06

Kleingärtner sauer auf DSW21: Mit Barrikaden gegen wucherndes Grün

Die Kleingärtner eines Schrebergartens in Dortmund sind sauer. Direkt an den Gartenzäunen wuchert seit Jahren Unkraut. Endlich ist der Verantwortliche gefunden. Doch es passiere zu wenig.

Im Schrebergarten 06 sind die Kleingärten bis in die hinterste Ecke gepflegt. Auf der anderen Seite des Gartenzauns sieht das anders aus. Hier wuchert das Unkraut ungehindert auf einer Flache von cirka 50 mal 75 Metern.

Wem das Gelände gehört, war für den Vorstandsvorsitzenden der Kleingartenanlage, Ulrich Winden, zunächst unklar. Nach langer Recherche fand er dann heraus, wem das Grundstück gehört.

Genervt wandte sich Ulrich Winden erstmals 2015 an die DSW21, um Verantwortliche zu finden. Grund für die Kontaktaufnahme war nicht nur das Unkraut, welches auf dem Grundstück wucherte, sondern auch die Bäume, die laut Winden nicht sonderlich standsicher wirkten.

Keine Bäume dafür mehr Unkraut

Seine Bedenken bestätigten sich im Januar 2018 als Sturmtief Friederike die Bäume umstürzte. „Ein paar von den Bäumen sind auch auf unser Gelände gefallen. Die haben wir dann als Vorsichtsmaßnahme selbst abgeschnitten. Das war schon eine gefährliche Geschichte,“ erinnert sich Ulrich Winden. Um die Bäume auf dem angrenzenden Grundstück sollte sich die DSW21 kümmern.

Die Bäume wurden laut Winden einen Monat später gefällt. „Bei der Gelegenheit drängten wir noch einmal darauf, dass das Grundstück nach über 30 Jahren endlich mal aufgeräumt wird.“ Bis zum Herbst 2018 passierte aber wieder erstmal nichts. In der Zwischenzeit seien viele Wildlinge auf dem Grundstück durch das Fällen der Bäume in die Höhe geschossen.

Niemand fühlt sich verantwortlich

Jetzt, über zwei Jahre später, wuchert noch immer sämtliches Unkraut auf dem Gelände am Schrebergarten 06. Ulrich Winden ist sauer: „Das Unkraut auf dem Grundstück ist schon wieder einen Meter hoch. Das schlimmste daran ist, dass dort Klette drin ist, die sich mittlerweile auch in den angrenzenden Hecken breitmacht. Das ist schon echt extrem.“

Laut Winden ist die Situation nicht nur für ihn als Vorstandsvorsitzenden der Kleingartenanlage eine echte Belastungsprobe, sondern auch vor allem für die Gärtner, deren Gärten an das Grundstück grenzen. „Die Gärtner versuchen, sich mit Barrikaden vor den Kletten zu schützen. Aber das funktioniert nur bedingt. Es muss etwas unternommen werden.“

Lösung im Sommer?

Die DSW21 habe laut Ulrich Winden bereits im September 2020 versichert, dass das Grundstück gerodet und Rasen angelegt würde, um den Pflegeaufwand möglichst gering zu halten. Gerodet wurde bereits kurz nach dem Kontakt 2020, von der Rasenfläche gibt es bisher allerdings noch keine Spur.

Auf Nachfrage betont Oliver Binkhoff von der DSW21, eine Rasenfläche sei in Planung. Er macht den Kleingärtnern Hoffnung: „Wir beabsichtigen, das Grundstück zu planieren und im Laufe des Sommers den Rasen anzulegen.“ Auch um das Unkraut solle sich in der Zwischenzeit gekümmert werden „Ich habe die Mail von Herrn Winden bekommen und kümmere mich auch darum, dass dort jemand vorbeigeschickt wird.“

Warten auf die Rasenanlage

Ulrich Winden wartet in der Zwischenzeit auf eine Rückmeldung der DSW21. Er habe auch nach der Rodung mehrere Male versucht, die Verantwortlichen zu erreichen. Allerdings ohne Erfolg. Jetzt wolle er sich darum kümmern, dass das Unkraut nicht zu nah an seine Kleingartenanlage gelangt. „Das ist auch mit viel Extra-Arbeit verbunden, sich um das Unkraut zu kümmern“, sagt Ulrich Winden.“

Dass Gärtner aufgrund des verwilderten Grundstücks ihren Kleingarten aufgeben, befürchtet Ulrich Winden nicht: „Wir kämpfen gemeinsam gegen das Unkraut, aber das ist viel Arbeit.“

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