Mit einem Aufsteller und bunten Luftballons weisen die Mitarbeiter der Galeria Markthalle darauf hin, dass ihr Laden noch geöffnet ist. © Nick Kaspers
Corona-Pandemie

Dortmunds versteckter Innenstadt-Supermarkt: Wie geht es der Markthalle?

Im Keller der geschlossenen Dortmunder Karstadt-Filiale hat die Galeria Markthalle weiter geöffnet. Doch was ist los in dem Laden, wenn die Laufkundschaft auf dem Westenhellweg fehlt?

Wo sich noch in der Vorweihnachtszeit Menschenmassen tummelten, herrscht nun oft Geisterstimmung. Nur noch vereinzelte Händler am Westenhellweg dürfen öffnen, die meisten Läden sind geschlossen. Fast alle – nicht aber die Galeria Markthalle im Keller der Karstadt-Filiale.

Ein Aufsteller mit bunten Luftballons steht vor dem Seiteneingang. „Unsere Lebensmittelabteilung bleibt für Sie geöffnet“, steht auf einem Plakat. Ohne den Aufsteller würden wahrscheinlich nicht viele Passanten bemerken, dass dort unten ein geöffneter Laden ist. Denn in der Karstadt-Filiale sind alle Lichter aus. Der Zugang ist nur über den schmalen Seiteneingang am Westenhellweg und das Parkhaus möglich.

Laufkundschaft fehlt der Galeria Markthalle

Das Problem sieht auch Marktleiter Peter Krämer: „Es gibt viele, die wissen gar nicht, dass Karstadt unten einen Lebensmittelladen hat“, sagt er gegenüber unserer Redaktion. Außerdem würden einige potenzielle Kunden denken, dass der Laden im Keller auch geschlossen ist, wenn Karstadt zu ist.

„Dadurch, dass auf dem Westenhellweg fast alle Läden zu sind, fehlt natürlich die Laufkundschaft“, sagt Krämer. Die Stammkunden seien dem Lebensmittelgeschäft aber weiterhin treu. Außerdem könnten Wein, Sekt und Spirituosen nun online gekauft werden.

40 bis 50 Bestellungen würden am Tag online eingehen. Trotzdem sei der Lockdown spürbar: „20 bis 25 Prozent der Kunden haben wir verloren, durch den zweiten Lockdown wahrscheinlich noch ein paar mehr“, sagt der Marktleiter.

Kunden kommen seltener, bleiben aber dafür länger

Krämer zufolge habe sich das Kaufverhalten der Dortmunder während des Lockdowns verändert: „Der Kunde kommt nicht mehr zwei bis drei Mal, sondern maximal zwei Mal pro Woche und kauft dementsprechend natürlich mehr ein.“ Außerdem würden die meisten nun morgens einkaufen.

Gerade im Frische-Bereich würden die Kunden weiter fleißig einkaufen – also bei Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse und teilweise auch bei Fertiggerichten und im Tiefkühlbereich.

Mitarbeiter seien „eingeschworene Gemeinschaft“

Und wer sind diese Stammkunden? Bei den Menschen, die den Weg über den Seiteneingang oder das Parkhaus in den Laden finden, handele es sich größtenteils um Anwohner und Mitarbeiter aus den umliegenden Büros. „Viele kommen nach der Arbeit noch zu uns, weil wir dann die einzigen sind, die noch geöffnet haben“, so Krämer.

Der Marktleiter sagt, die Mitarbeiter seien durch den Lockdown zu einer „eingeschworenen Gemeinschaft“ herangewachsen, und die halte „jetzt noch stärker zusammen als vorher.“ Deswegen habe er nie darüber nachgedacht, das Geschäft zu schließen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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