Im Dortmunder Hafen verändert sich vieles. © Oskar Neubauer
Vandalismus

„Billiger Populismus“: Verein schießt gegen die Hafen AG

Nach Vandalismus im Dortmunder Hafen stehen Vorwürfe gegen bestimmte Gruppen im Raum. Eine von ihnen meldet sich jetzt zu Wort - und wehrt sich gegen die Anschuldigungen.

Mehrere Fälle von Vandalismus im Gebiet des Dortmunder Hafens haben zuletzt für Aufsehen gesorgt. Die Dortmunder Hafen AG sprach dabei von „krimineller Energie“ und der Vermutung einer „politischen Tat“.

Zur Erinnerung: Im Hafen waren am 10.11. Baustellen-Absperrungen gelöst und ins Wasser geworfen worden. Einen Tag später war ein großer politischer Schriftzug, wegen der verwendeten Zahlenkombination 161 mutmaßlich aus dem Antifa-Umfeld, auf einem Wandbild entdeckt worden.

Obwohl niemand persönlich genannt wurde, fühlt sich eine Gruppe offenbar angesprochen, die sich kritisch mit der Stadtentwicklung im Hafen auseinandersetzt: Der Verein Hafeninitiative hat sich nun in einer Stellungnahme zu den Vorgängen am 10.11. und 11.11. geäußert.

„Konstruktion einer politischen Tat“

Im Fall der Bauzäune seien die Fakten noch unklar, ein technischer Fehler nicht ausgeschlossen, behauptet die Initiative. Ermittlungen der Polizei vor Ort hatten allerdings ergeben, dass die Befestigungen mutwillig gelöst worden sind.

„Selbst wenn es einen menschlichen Verursacher oder Verursacherin gegeben hat; die Konstruktion einer politischen Tat allein, weil die Hafen AG in den letzten Jahren für ihre Entwicklungspläne Gegenwind erfahren hat, ist einfach schäbig“, heißt es in dem Statement.

Die Hafen AG nutze dieses Ereignis, „um Zusammenhänge zu konstruieren und eine politische Motivation zu unterstellen“ und betreibe „billigen Populismus“.

Als Sprecher der Hafen AG hatte Pascal Frai unter anderem davon gesprochen, dass durch den Protest gegen die Hafenpläne ein Debatten-Klima entstanden sei, in dem Akte der Gewalt gedeihen könnten. Dabei berief er sich unter anderem auf Ankündigungen zu Demonstrationen in der Vergangenheit.

Hafeninitiative gibt es seit 2018

Die Hafeninitiative ist nach eigener Aussage ein 2018 gegründeter Zusammenschluss von Anwohnerinnen und Anwohnern des Hafenviertels.

Die Initiative stellt in ihrer Selbstbeschreibung ihre Sicht der Lage am Hafen dar. „Natürlich sind viele Menschen unzufrieden mit der Entwicklung im Hafen. Freiflächen sind jetzt Baustellen, Aufenthaltsorte für Menschen wurden abgebaut. (…) Selbst die ansässigen Kleingartenvereine sind von dem ständigen Baulärm und Schmutz verärgert.“

Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Hafenwiese, Shaban Idrizi, teilt dieser Redaktion in diesem Zusammenhang allerdings mit, dass es nicht der Wahrheit entspreche, dass die Kleingärtner den Hafen-Umbau ablehnen.

Die Dortmunder Hafen AG hat auf Anfrage dieser Redaktion mitgeteilt, das Schreiben der Hafeninitiative nicht kommentieren zu wollen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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