An der Brackeler Straße in der Dortmunder Nordstadt befand sich bis 2020 das Kunstobjekt „Viel Glück". © Ulrike Fischer
„Viel Glück“-Objekt

Beliebtes Kunstwerk wurde entfernt – die Künstlerin wusste nichts davon

Eine Holzsäule mit „Viel Glück"-Botschaft hat in den letzten 12 Jahren vielen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Bis Vivawest das Objekt entfernte - und die Künstlerin bestürzt zurück ließ.

Drei Männer brauchte es, um alleine den Edelstahl-Schriftzug auf dem siebenteiligen Holzsockel zu installieren. Das war 2008, als die Künstlerin Ulrike Fischer zusammen mit ihrem Team ihr „Viel-Glück“-Kunstwerk an der Brackeler Straße installierte.

Weil das Kunstwerk eine möglichst lange Zeit erhalten bleiben sollte, hatte die Künstlerin sich für massiges und resistentes Material entschieden, um ihre Botschaft zu verbreiten.

„Viel Glück“ ist für Fischer eine Botschaft, die es in all ihrer Schlichtheit schafft, die Gesamtheit des menschlichen Strebens zusammenzufassen. Daraus entstand die Idee, ein Objekt zu schaffen, das diese glücksbringende Botschaft möglichst prägnant verbreitet.

In einem langwierigen Arbeitsprozess hatte die Künstlerin 2008 sieben massige Vollholz-Segmente übereinander gestapelt, und diese mit dem Schriftzug „Viel Glück“ gekrönt.

Kunstwerk wurde ohne Vorankündigung entfernt

Im Zuge der Arbeit hatte sie zudem Menschen unterschiedlicher Nationalitäten in der Öffentlichkeit angesprochen mit der Bitte, die Glücksbotschaft in der jeweiligen Landessprache mit Hilfe eines Lötkolbens in das Holz einzuarbeiten.

63 Nationalitäten sollten sich bis 2008 dann in dem Holz verewigt haben. Die Installation war von dem damals zuständigen Wohnungsanbieter genehmigt worden und zog fortan für mehr als 12 Jahre die Blicke der Passanten auf sich. Bis zum Juli 2020.

„Ich war geschockt, als ich 2020 feststellen musste, dass mein Objekt mir nichts, dir nichts entfernt worden war,“ sagt Fischer. Demnach sei die Künstlerin weder von irgendeiner Stelle informiert worden, noch seien ihr die Kosten für ihre Arbeit in irgendeiner Form erstatten worden.

Mit dem heute zuständigen Wohnungsanbieter Vivawest stehe sie seitdem zwar in spärlichem Kontakt, allerdings sei ihrem Wunsch nach einem „angemessenen Schadensersatz“ bis heute nicht nachgekommen worden.

So reagiert der Dortmunder Wohnungsanbieter „Vivawest“

Gregor Boldt, Pressesprecher von der Vivawest Wohnen GmbH, bestätigt gegenüber dieser Redaktion, dass das besagte Kunstobjekt im Zuge von Modernisierungsarbeiten des umliegenden Wohnquartiers durch eine beauftrage Drittfirma versehentlich demoliert worden sei.

In mehreren persönlichen Gesprächen hätten sich Vivawest-Zuständige bei der Künstlerin dafür entschuldigt und ein Angebot unterbreitet, das Kunstwerk reparieren zu lassen. Dieses Angebot habe die Künstlerin abgelehnt.

Die Forderung einer Schadensersatzzahlung, die durch den Rechtsbeistand der Künstlerin durchgesetzt werden solle, sei, so Boldt, zudem für das Unternehmen in ihrer Höhe nicht nachvollziehbar.

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