Nach aktuellen Plänen der Stadt soll das alte Gebäude der Kreuz-Grundschule abgerissen und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden. © Oliver Volmerich
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Angepasste Pläne für Schulzentrum Kreuzstraße stoßen auf Beifall

Gut 70 Millionen Euro will die Stadt in den Ausbau des Schulzentrums Kreuzstraße investieren. Erste Entwürfe der Stadt sorgten für Proteste bei Anwohnern. Jetzt sind die Pläne angepasst.

Dass etwas getan werden muss am Schulzentrum Kreuzstraße, ist inzwischen unstreitig. Zu dieser Einsicht beigetragen hat eine Online-Diskussion, zu der die Stadt Dortmund am Donnerstagabend (25.2.) betroffene Anwohner eingeladen hat. Strittig sind jetzt vor allem Details.

Zur Sache selbst: Wegen steigender Schülerzahlen sollen vor allem das Leibniz-Gymnasium und die Kreuz-Grundschule An- beziehungsweise Neubauten bekommen. Die Zahl der Schüler im Schulzentrum wird in den nächsten Jahren von jetzt 1926 um etwa 310 wachsen, erläuterte Manfred Hagedorn vom Schulverwaltungsamt. Außerdem soll das Leibniz-Gymnasium eine seit langem ersehnte Aula bekommen, die auch von der benachbarten Wilhelm-Röntgen-Realschule mitgenutzt werden kann.

Ein erster Vorschlag der Stadt mit einer „Machbarkeitsstudie“ zur Entwicklung des Schulzentrums hatte bei Anwohnern im südwestlichen Kreuzviertel für jede Menge Unmut und Proteste gesorgt. Als zu massiv und rücksichtslos gegenüber Nachbarschaft und Umwelt wurden die Pläne kritisiert. Das brachten Hans-Peter Zehnter und andere Anwohner auch in der Online-Diskussion zum Ausdruck.

Doch die Wogen glätteten sich im Verlauf der von Gregor Schnittker von den IKU Dialoggestaltern souverän moderierten Veranstaltung deutlich. Das lag vor allem daran, dass die städtische Immobilienwirtschaft als Bauherr die Planungen inzwischen verändert hat und damit vielen Kritikpunkten entgegengekommen ist.

Machbarkeitsstudie ist überarbeitet

Der zunächst gezeigte Entwurf sei nur eine Machbarkeitsstudie gewesen, um zu prüfen, ob das Raumprogramm auf der Fläche unterzubringen sei, erklärte Andreas Große-Holz als Chef der Immobilienwirtschaft.

So sieht der aktuelle Grob-Entwurf für die Erweiterung des Schulzentrums Kreuzstraße aus . Die alte Kreuz-Grundschule (rechts) soll durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden. Leibniz-Gymnasium (links) und Johannes-Wulff-Schule (2.v.r.) bekommen Anbauten. Außerdem geplant sind eine weitere Doppelsporthalle (rot, oben links) und eine Kita auf dem Schulhof der Grundschule (rot, oben rechts).
So sieht der aktuelle Grob-Entwurf für die Erweiterung des Schulzentrums Kreuzstraße aus . Die alte Kreuz-Grundschule (rechts) soll durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden. Leibniz-Gymnasium (links) und Johannes-Wulff-Schule (2.v.r.) bekommen Anbauten. Außerdem geplant sind eine weitere Doppelsporthalle (rot, oben links) und eine Kita auf dem Schulhof der Grundschule (rot, oben rechts). © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Die wichtigste Veränderung: Die Kreuz-Grundschule soll keinen Neubau auf dem hinteren Teil des grünen Schulhofs, unmittelbar an den Gärten des benachbarten Wohnviertels, bekommen. Stattdessen soll der Neubau an der Stelle des alten Gebäudes entstehen. Das mehr als 100 Jahre alte Gemäuer soll abgerissen und durch ein zeitgemäßes Gebäude ersetzt werden.

Schulgebäude ist veraltet

„Das Gebäude ist veraltet und entspricht nicht mehr den modernen pädagogischen Anforderungen“, erklärte Manfred Hagedorn. Und auch Schulleiterin Vera Gelissen machte deutlich, wie notwendig eine Erneuerung ist. 54 Quadratmeter große Klassenräume seien nicht mehr zeitgemäß. Inklusive Betreuungszeiten seien viele Kinder von 7 bis 17 Uhr in der Schule. „Schule ist für sie Lebensraum“, sagte sie. Dazu passe kein Schulgebäude aus dem vergangenen Jahrhundert.

Die neuen Pläne stellen die Schulgemeinde nun allerdings vor eine besondere Herausforderung. Denn sie bedeuten, dass für die Kreuz-Grundschule für drei Jahre, die Abriss und Neubau in Anspruch nehmen, eine Interimslösung gefunden werden muss. Gedacht ist aktuell an Container-Modulbauten, die neben den Sporthallen des Schulzentrums aufgebaut werden sollen – dort, wo später ein dritter Hallenkomplex entstehen soll.

Der erneuerte Sporthallen-Komplex, der noch weiter wachsen soll, ist ein weiterer Konfliktpunkt. Das sind große schwarze Klötze, die wie Industriegebäude wirken, kritisieren Anwohner. Ein kleiner Trost für sie: Die dritte Halle, die für den wachsenden Bedarf der Schulen zusätzlich entstehen soll, soll nur noch eine Doppel- statt eine Dreifach-Halle und damit um ein Drittel kürzer werden, kündigte Andreas Große-Holz an.

Dass die aktuelle Architektur und Fassadengestaltung der Hallen verbesserungsbedürftig ist, räumte auch der Chef der Immobilienwirtschaft an. Und er hatte auch eine Idee, um zumindest eine optische Verbesserung zu erreichen: Man könnte die Hallen eventuell in Verbindung mit Projekten der Schulen farblich anders gestalten. Sein Amt sei dafür offen, versprach Große-Holz.

Schon in Bau sind die Ersatzbauten für die Sporthallen an der Kreuzstraße, deren Architektur auf wenig Begeisterung stößt.
Schon in Bau sind die Ersatzbauten für die Sporthallen an der Kreuzstraße, deren Architektur auf wenig Begeisterung stößt. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Er nannte auch einen Fahrplan für die Baumaßnahmen: Ab Mitte 2022 soll die Johannes-Wulff-Förderschule einen Anbau in Richtung Süden bekommen, für Anfang 2023 ist der Umzug der Kreuz-Grundschule ins Übergangsquartier geplant, um den Altbau abreißen zu können. Der Neubau könnte dann ab Mitte 2023 entstehen. 2024 steht die Erweiterung des Leibniz-Gymnasiums unter andere mit dem Aula-Anbau an.

Das Schulzentrum Kreuzstraße soll erweitert werden. © Hans Blossey © Hans Blossey

Ende 2025 könnte die Kreuz-Grundschule ihren Neubau an alter Stelle beziehen, 2026 dann die Doppel-Sporthalle gebaut werden. Außerdem soll auf dem Schulhof der Grundschule eine zweistöckige Kita entstehen. Ohne großen Eingriff ins Grün, versichert Große-Holz. „Wir gehen fast überall auf befestigte Flächen.“

Bei den Anwohnern kam der Richtungswechsel bei der Planung gut an. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, stellte etwa Hans-Peter Zehnter fest. Allgemein ist aber der Wunsch groß, dass die Anlieger in die weitere Planung einbezogen werden.

Das sicherte auch Schuldezernentin Daniela Schneckenburger zu., „Die Verwaltung bewegt sich natürlich“, sagte sie. „Und wir müssen am Ende zu einem Interessensausgleich kommen.“ Auf den hofft auch Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß. Er kündigte an, dass die Umgestaltung des Schulzentrums an der Kreuzstraße am 3. März auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Innenstadt-West stehen wird. Nun mit deutlich weniger konfliktträchtigen Vorzeichen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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