Zwangsversteigerung des Wulfener Marktes steht bevor: Wer bietet mit?

dzWulfener Markt

Die Schrottimmobilie Wulfener Markt wird zwangsversteigert. Und es soll tatsächlich einige Kaufinteressenten für die heruntergekommene Laden- und Wohnungspassage geben.

Wulfen-Barkenberg

, 22.10.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wohn- und Geschäftshaus, ehemaliges Wohn- und Geschäftszentrum - als Erbbaurecht -, zurzeit 100 Prozent Leerstand, mit vermutlicher Bauschadstoffbelastung: Wer die Ausschreibung der Zwangsversteigerung der Ladenpassage Wulfener Markt liest, kommt so schnell nicht auf den Gedanken, dass es für die Schrottimmobilie Kaufinteressenten gibt. Und doch ist das der Fall.

„In den letzten Wochen haben einige Personen - zumeist telefonisch - Interesse an einem Erwerb dieser Immobilie bekunden“, sagt Amtsgerichtsdirektor Dr. Hans-Jürgen Fischedick auf unsere Anfrage. Am 25. Oktober (Freitag) um 9 Uhr werden die Interessenten dann Farbe im Saal 105 des Amtsgerichtes am Alten Postweg bekennen müssen, ob sie für die Laden- und Wohnungspassage am Wulfener Markt tatsächlich ihren Hut in den Ring werfen.

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Oder waren ein paar Spaßvögel am Werk? „Ob es sich bei den betroffenen Personen um ernsthafte Bieterinteressenten handelt, kann von hier aus nicht beurteilt werden“, so Hans-Jürgen Fischedick.

Einige Kaufwillige haben die Sicherheitsleistung hinterlegt

Einige der Kaufwilligen haben aber laut Auskunft des Amtsgerichtsdirektors die erforderliche Sicherheitsleistung in Höhe von 10 Prozent des festgesetzten Verkehrswertes hinterlegt. Der wurde vom Gericht in Dorsten auf einen Euro beziffert. Heißt: Die Bieter sichern sich mit 10 Cent eine Beteiligung am Zwangsversteigerungserfahren.

Ob die Stadt Dorsten ebenfalls mitbieten wird, lässt sie unbeantwortet. „Wir werden uns nicht im Vorfeld des Verfahrens äußern“, sagt der stellvertretende Stadtsprecher Christoph Winkel auf unsere Anfrage. Der Grund: Man wolle die eigene Verhandlungsposition nicht schwächen.

Ratsbeschluss von September 2019 mit Veränderungssperre

Dabei dürfte die Stadt ein großes Interesse an der zukünftigen Gestaltung und Nutzung des Wulfener Marktes haben. Sie hat das durch Veränderungssperren für den Bebauungsplan 253 (Wulfener Markt/Marktallee) zuletzt mit einem Ratsbeschluss Mitte September dieses Jahres dokumentiert. Angestrebtes Ziel: „eine durchgreifende Neuordnung des Bereiches“.

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Eine weitere Konkretisierung der städtischen Planung sei aber auch maßgeblich davon abhängig, einen Investor zu finden, „dessen wirtschaftliche Zielvorstellungen mit den städtebaulichen Anforderungen der Stadt in Einklang zu bringen sind“, heißt es in dem Beschluss des Rates.

Welche Überraschungen gibt es noch?

Wer auch immer die Immobilie am Freitag ersteigern wird, darf eine Schrottimmobilie sein

Eigen nennen. Eine etwaige Kernsanierung beziffert ein Gutachter auf 12,7 Millionen Euro. Ohne böse Überraschungen, die sich womöglich noch im Gemäuer oder im Boden verbergen.

Das alles kommt unter den Hammer

Und das ist der Wulfener Markt: Ehemaliges Wohn- und Geschäftszentrum, zurzeit 100% Leerstand - errichtet im Rahmen eines Erbbaurechts auf die Dauer von 99 Jahren (seit 1979) - mit ursprünglich 21 teilbaren Ladeneinheiten im Erdgeschoss/Zwischengeschoss, 4 Kioske, 5 Büros/Praxen, 120 Wohnungen, 193 Tiefgaragen-Stellplätzen. Baujahr/Fertigstellung: 1981. Grundstücksgröße: 8.776 m², Wohnflächen: ca. 8.396 m², Nutzflächen ohne Tiefgaragen-Stellpätze: ca. 4.775 m².
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