Menschen mit Zwangsstörungen möchten Selbsthilfegruppe in Dorsten gründen

Zwangsstörungen

Menschen, die sich unaufhörlich die Hände waschen. Menschen, die kontrollieren müssen. Oder Menschen, die immer wieder alles Mögliche abzählen. Ihnen soll in Dorsten geholfen werden.

Dorsten

, 16.01.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
 Schnell mal nachzählen! Menschen mit einer Zwangsstörung haben das Gefühl, bestimmte Handlungen immer wieder ausführen zu müssen.

Schnell mal nachzählen! Menschen mit einer Zwangsstörung haben das Gefühl, bestimmte Handlungen immer wieder ausführen zu müssen. © picture alliance / dpa-tmn

Wolfgang Chlebna ist ein erfahrener Leiter der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“. Menschen mit Depressionen treffen sich unter seiner Leitung einmal wöchentlich im Ellerbruchtreff. Dort soll nun auch anderen Leidenden ein Treffpunkt eingeräumt werden, an dem sie sich ungestört austauschen können: „Für Menschen mit Zwangsstörungen gibt es in Dorsten bislang kein Angebot“, weiß Chlebna aus einem Gespräch mit einem Erkrankten.

Er möchte das Defizit in Dorsten gerne beseitigen und freut sich auf Nachfragen von Menschen mit solchen psychischen Leiden. „Mittwochs oder freitags hätten wir noch Raum und Zeit im Ellerbruchtreff an der Ellerbruchstraße 96 in Hervest“, so Chlebna.

Menschen mit Zwangsstörungen möchten Selbsthilfegruppe in Dorsten gründen

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Zwangsstörungen können sich in verschiedenen Zwängen äußern. So gibt es Menschen, die sich unaufhörlich die Hände waschen müssen. Andere neigen dazu, alles und jeden zu kontrollieren. Wieder andere haben einen Zählzwang; ihnen verschafft es Erleichterung, wenn sie alle Gegenstände durchnumeriert haben.

Panische Angst vor Bakterien und Ausscheidungen

Bei vielen Zwangsstörungen leiden die Betroffenen unter ähnlichen Symptomen. Beschrieben werden „beobachtbare physiologische und/oder psychologische Krankheitsanzeichen“. Menschen mit zwanghaftem Waschdrang etwa verspüren panische Angst oder Ekel vor Schmutz, Bakterien, Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten.

Menschen mit Kontrollzwang werden von der irrationalen Angst getrieben, dass Unachtsamkeit oder Versäumnisse eine Katastrophe auslösen. Über die klinische oder ambulante Therapie können Gruppenangebote hilfreich sein. Wer Interesse am Besuch der Selbsthilfegruppe für Zwangsstörungen hat, kann sich vorab telefonisch an Wolfgang Chlebna wenden, Tel. (0152) 34 35 41 15.

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