Nordwestbahn kommt zum Ärger der Kunden zu spät - der Grund liegt in Coesfeld

dzZugverspätungen

Kunden klagen über die Nordwestbahn: Der „Coesfelder“ (RB45) und der „Borkener“ (RE14) kommen zu spät oder gar nicht. Der Grund ist zurzeit in Coesfeld zu suchen.

Dorsten

, 29.01.2020, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mittwoch haben Nordwestbahn-Kunden einen Grund zu klagen. Denn der „Coesfelder“ (RB45) fährt bis auf Weiteres nicht. Der Grund für den Ausfall sei aber nicht bei der Nordwestbahn zu suchen, sagte uns Nordwestbahnsprecherin Karin Punghorst. „In Coesfeld gibt es einen großflächigen Stellwerksausfall. Wann das Problem von der DB Netz AG behoben oder repariert werden kann, ist noch offen.“ Die Nordwestbahn habe keine weiterführenden Informationen von der Deutschen Bahn bekommen.

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Die Nordwestbahn habe aber wegen des Stellwerkausfalls umgehend einen Busnotverkehr eingerichtet. Nähere Informationen zu den Zeiten und zu den Hintergründen könnten Kunden der Homepage der NWB entnehmen.

2019 ist die Nordwestbahn abgemahnt worden

Nachdem die Nordwestbahn 2019 eine Abmahnung wegen wiederholter Ausfälle und Verspätungen vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kassiert hatte, besserte das Verkehrsunternehmen nach. Insbesondere konnten weitere Triebfahrzeugführer ausgebildet beziehungsweise eingestellt werden. Seit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2019 verkehrt der RE14 jetzt sogar zweimal stündlich zwischen Essen und Dorsten.

Kundenärger gibt es trotzdem, weil es aktuell wieder zu Verspätungen oder Totalausfällen kommt. Im Dorstener Norden, in Wulfen, Lembeck, Rhade und Deuten hinken Bahnübergänge hinter der Zeit her. Dafür ist die DB Netz AG zuständig. Sie plant, alle Übergänge zu digitalisieren, damit der Zugverkehr reibungsloser fließt.

Für diverse Bahnübergänge liegen bereits Anträge beim Eisenbahnbundesamt vor. Solange die Bahnübergänge aber nicht modernisiert worden sind, müssen sich Bahnfahrer auf Verspätungen gefasst machen.

Deutener kommt häufig reichlich zu spät zur Arbeit

So wie ein Mitarbeiter eines Unternehmens in Deuten: Der Mann, der jeden Morgen mit dem „Borkener“ zur Arbeit fährt, „kommt ab und zu eine halbe Stunde zu spät“, berichtet der Firmeninhaber. „Dann musste der Zug an jeder Schranke anhalten, weil die Schranken nicht unten sind oder fuhr nur mit Schrittgeschwindigkeit über den Bahnübergang“, schreibt uns der Firmenchef.

Karin Punghorst, NWB-Sprecherin, nennt die Hintergründe: „Wenn unseren Fahrern Störungen gemeldet werden, dann müssen sie aus Sicherheitsgründen Schrittgeschwindigkeit fahren oder sogar aussteigen.“

Wenn der Zugführer mitten auf der Strecke aussteigt

Aussteigen? Tatsächlich gibt es an einigen Bahnübergängen Modulkästen. Die müssen die Fahrer dann mit einem Schlüssel öffnen, um die Bahnschranken runter lassen zu können. Erst dann können die Fahrer wieder in ihren Zug einsteigen und weiter fahren.

Die Schranke öffnet sich nach der Durchfahrt zwar selbsttätig; doch wegen des Aussteigens kommt es zu „Verspätungsminuten“. Und viele Verspätungsminuten summieren sich auf der ganzen Linie zwischen Essen und Coesfeld bis hin zu Totalausfällen: „Wir müssen dann schon mal einen Zug rausnehmen, um wieder sauber im Plan fahren zu können.“

Essener Hauptbahnhof gilt als Nadelöhr

Ein weiterer Grund für Linienverspätungen sei zudem in Essen zu suchen, sagt uns Karin Punghorst. „Unser RE 14 fährt ab Essen-Steele Richtung Dorsten und muss durch das Nadelöhr Essener Hauptbahnhof.“ Gäbe es Probleme im Nadelöhr, etwa wegen Verspätungen anderer Anbieter oder Stellwerksproblemen, dann komme auch die Nordwestbahn später in ihren Zielbahnhöfen an.

Auch der RB 43 von Dorsten nach Dortmund konnte am Mittwochabend nicht wie gewohnt fahren. Wegen einer Stellwerksstörung waren keine Zugfahrten zwischen Wanne-Eickel und Dorsten möglich. Die Deutsche Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr zwischen Wanne-Eickel Hbf und Dorsten Hbf ein.

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