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Zerzauster Storch machte Rast auf Ampel

Ungewöhnliches Fotomotiv

Einen etwas ungewöhnlichen Rastplatz hatte sich ein Storch am Donnerstagmorgen (5.3.) in Wulfen ausgesucht. Auf einem Ampelmast an der Kreuzung Hervester Straße/Großer Ring saß "Meister Adebar" über mehrere Stunden und schaute auf den Autoverkehr herunter.

Wulfen

05.03.2015 / Lesedauer: 3 min
Zerzauster Storch machte Rast auf Ampel

Rast machte dieser Storch auf einer Ampel an der Hervester Straße in Wulfen.

Gegen Mittag alarmierten besorgte Autofahrer die Feuerwehr. Die rückte mit einem Löschfahrzeug an – und als die Feuerwehrmänner auf das Dach ihres Fahrzeug kletterten, wurde es dem Storch zuviel der Aufmerksamkeit: Mit einigen Flügelschlägen machte er sich auf und davon.

Meister Adebar war beringt

Zuvor hatte er sich ein wenig zerzaust und mit gelblich gefärbtem Gefieder in luftiger Höhe auf den Ampelmast gehockt. Autofahrer stellten ihre Fahrzeuge ab und zückten die Handys, um das erschöpft wirkende Tier zu fotografieren. Es stellte sich später heraus, dass es nicht einer der Dorstener Störche ist. Mit einem Teleobjektiv war es möglich, die Zahlen und Buchstaben auf dem Ring zu lesen.

Der Ring an dem rechten Bein besagt: Er ist in einem Jahr mit grader Jahreszahl (zum Beispiel 2014) beringt worden. Über die Nummern und Zahlen „7X337-DEW“ konnte die Herkunft geklärt werden. Michael Jöbges vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW in Recklinghausen hatte den Storch am 27. Juni 2014 in Voerde am Niederrhein beringt.

Storch aus Voerde

„Klasse, der lebt noch“, freut sich Jöbges, zuständig für Vogelschutz. Nicht immer lässt sich die Herkunft so schnell klären. Da Jöbges den Vogel selbst „bearbeitet“ hatte, konnte er die Ringnummer in seinen Unterlagen finden. Registriert werden die Störche allgemein bei der Vogelwarte auf der Insel Helgoland. „Es ist ein Jungstorch und er wird in diesem Jahr noch nicht brüten“, meint Michael Jöbges.

Das zerzauste und gelbliche Gefieder kann nach Ansicht von Jöbges an einem Sandsturm liegen, den der Vogel durchfliegen musste. Störche überwintern in Afrika und müssen Teile der Wüste Sahara bei ihren Vogelzug überfliegen. Freude auch bei Stephanie Krüssmann von der NABU in Voerde. Sie kann sich noch genau an den Tag der Beringung im Juni 2014 erinnern.

„Es zog ein Gewitter auf und wir mussten uns beeilen, die beiden Jungstörche zu beringen.“ Die Nesthilfe auf dem Bauernhof Jordan wurde 2012 errichtet und es wurden schon zweimal Störche groß gezogen. Von einem der beiden Altstörchen weiß man, dass er ursprünglich aus Bayern stammt.

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