Mädchen (10) sexuell missbraucht: Dorstener geht ins Gefängnis

dzLandgericht Essen

Ein Mann aus Holsterhausen nimmt ein kleines Mädchen auf, als es bei ihr zu Hause drunter und drüber geht. Doch dann nutzt er das Vertrauen der Mutter aus. Jetzt muss er ins Gefängnis.

Dorsten, Essen

, 07.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das kleine Mädchen war zehn Jahre alt, als die Mutter es vorübergehend in die Obhut eines langjährigen Freundes ihrer Familie gab. Was ihre Tochter dort jedoch erlebt hat, war ein Albtraum. Sie wurde sexuell missbraucht und dabei auch noch gefilmt. Am Montag ist der Täter verurteilt worden. Die Strafe: drei Jahre und vier Monate Haft.

„Die Tat traf ein ohnehin schon belastetes Mädchen“, so Richterin Ute Postert bei der Urteilsbegründung am Essener Landgericht. Zu Hause sei es damals nicht gut gelaufen. Deshalb habe die Mutter gehofft, dass es der Zehnjährigen beim Angeklagten besser gehe.

Angeklagter war ein „Opa-Ersatz“

Grund zur Skepsis gab es nicht. Der Angeklagte hatte seit Jahren eine Partnerin und ein völlig unauffälliges Leben geführt. Bis zu seiner Rente war er Angestellter bei der Stadt, Vorstrafen gibt es keine.

„Er war für sie ein Opa-Ersatz“, hatte die Mutter im Prozess erzählt. „Wir waren sehr dankbar, dass er sie für ein paar Wochen aufnehmen konnte.“ Einer ihrer Söhne habe damals Drogenprobleme gehabt, unter dieser Situation habe ihre Tochter sehr gelitten.

Tochter wollte plötzlich nicht mehr schwimmen gehen

Der Angeklagte kümmerte sich darum, dass die Zehnjährige zur Schule ging, übernahm auch sonst alle Kosten. Als die Krisenintervention vorbei war, schien zunächst auch alles in Ordnung zu sein. Bis der Angeklagte anfragte, ob das Mädchen nicht mal wieder mit zum Schwimmen gehen wolle. „Nein, keine Lust. Das ist langweilig.“ So oder so ähnlich soll sich das Mädchen damals ausgedrückt haben.

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Tat mit dem Handy gefilmt

Und genau das hatte die Mutter stutzig gemacht. „Sie ging nämlich unwahrscheinlich gerne schwimmen.“ Später, in einer ruhigen Minute, kam schließlich alles ans Licht. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Prozess zwar zunächst bestritten, dann aber doch noch ein Geständnis abgelegt. Ein weiteres Leugnen hätte aber wohl auch keinen Sinn gemacht. Er hatte den schweren sexuellen Missbrauch mit seinem eigenen Handy gefilmt. Und weil er die Ortungsfunktion nicht ausgeschaltet hatte, waren auch die GPS-Daten gespeichert worden. Sie stimmten mit seiner Wohnanschrift überein.

Kinderpornos aus dem Internet

„Es war eine Dummheit“, hatte der Angeklagte den Richtern schließlich gesagt. Pädophile Neigungen habe er nicht. Warum er dann allerdings zahlreiche kinderpornografische Dateien aus dem Internet heruntergeladen und abgespeichert hat – dafür hatte er keine Erklärung.

Dass die Strafe nicht noch höher ausgefallen ist, hatte am Ende nur mit seinem Geständnis zu tun. Dadurch hatte er dem Mädchen in letzter Sekunde eine Aussage vor Gericht erspart.

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