Zahnärzte appellieren: Vorsorge in Corona-Zeiten nicht vernachlässigen

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Die Corona-Pandemie hat Patienten und Zahnarztpraxen vor große Herausforderungen gestellt. Die Zwischenbilanz in Dorsten fällt positiv aus, ab Oktober lohnt sich Vorsorge sogar noch mehr.

Dorsten

, 25.09.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überteuerte Schutzausrüstung und verunsicherte Patienten: Die Vereinigung Dorstener Zahnärzte (VDZ) hat nach eigenen Angaben keine Kosten und Mühen gescheut, um eine flächendeckende Versorgung während der Coronakrise sicherzustellen. Jetzt zieht die VDZ eine erste positive Zwischenbilanz.

Obwohl es anfänglich abgesagte Termine oder Umstellungen im Ablauf gab, haben die Zahnarztpraxen in der Lockdown-Phase ihren regulären Praxisbetrieb aufrechterhalten und medizinisch notwendige Behandlungen durchgeführt. „Durch den engen fachlichen Informationsaustausch und die kollegiale Zusammenarbeit sind wir bisher gut durch die Krise gekommen und konnten die Versorgung unserer Patienten jederzeit gewährleisten“, fasst Dr. Swantje Engels, Vorsitzende der Vereinigung Dorstener Zahnärzte, die letzten sechs Monate zusammen.

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Bei aller Verunsicherung in diesen Zeiten sollte es nach Meinung der Ärzte keinen Grund geben, dass Patienten bei Symptomen oder notwenigen Kontrollen ihren Besuch beim Zahnarzt unterlassen. „Für Zahnarztpraxen gelten in Deutschland seit Jahren besonders strenge Hygienevorschriften, die in Zeiten von Corona sogar noch verschärft worden sind“, erklärt Dr. Engels. Der wirksame Schutz von Patienten und Praxismitarbeitern habe oberste Priorität.

Die Wulfener Zahnärztin Dr. Swantje Engels ist Vorsitzende der Vereinigung Dorstener Zahnärzte.

Die Wulfener Zahnärztin Dr. Swantje Engels ist Vorsitzende der Vereinigung Dorstener Zahnärzte. © Claudia Engel (A)

Regelmäßige Kontrolle stärkt das Immunsystem

Die Vereinigung Dorstener Zahnärzte unterstreicht anlässlich des Tags der Zahngesundheit (25. September) die Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen und -behandlungen. Ein besonderes Augenmerk legen die Fachärzte dabei laut VDZ auf den Zusammenhang zwischen zahnmedizinischen Erkrankungen und Allgemeinerkrankungen. „Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch spielt auch immer eine wichtige Rolle zur Stärkung des Immunsystems“, betont die Wulfener Zahnärztin.

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Grundsätzlich gilt: Erwachsene mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt, Kinder zweimal. „Wer es im laufenden Jahr noch nicht geschafft hat, sollte im letzten Quartal des Jahres seinen zahnärztlichen Kontrolltermin wahrnehmen“, rät Dr. Engels. Die Besuche werden in einem Bonusheft bestätigt. Bei regelmäßig geführten Vorsorgeheften können Zuschüsse der Krankenkassen zum Zahnersatz erhöht werden.

Zuschüsse werden ab 1. Oktober erhöht

Die Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen bei Zahnersatz werden zum 1. Oktober von derzeit 50 auf 60 Prozent erhöht. Auch die Boni, die Versicherte erhalten, die mit ihrem Bonusheft eine regelmäßige Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen nachweisen können, steigen von 60 auf 70 Prozent und von 65 auf 75 Prozent.

In besonderen Härtefällen wird sogar der komplette Betrag erstattet. Und: In begründeten Ausnahmen bleibt künftig das einmalige Versäumen der Vorsorgeuntersuchung für die Bonusregelung bei Zahnersatz folgenlos.

Die gemeinnützige Vereinigung Dorstener Zahnärzte e.V. (VDZ) wurde 1999 gegründet und hat mittlerweile fast 30 Mitglieder. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das öffentliche Gesundheitswesen im Bereich der Zahnheilkunde zu fördern, die Öffentlichkeit zu informieren und das bürgerschaftliche Engagement zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger Zwecke zu fördern. Sie verfolgt keine wirtschaftlichen Ziele und ist politisch ungebunden.
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