Die ZUE an der Bochumer Straße ist gut gesichert gegen ungebetene Besucher. © Claudia Engel
Situation der Asylbewerber

Zahlen im Sinkflug: Nur noch wenige Geflüchtete kommen nach Dorsten

Die Zahl der Asylbewerber ist gesunken. Geschlossene Grenzen, ausweglose Situation in Flüchtlingscamps sowie Corona sind hohe Hürden. Die ZUE Dorsten ist nur zur Hälfte belegt.

Im vergangenen Jahr wurden noch nie so wenige Menschen wie seit 2010 der Stadt Dorsten nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz zugewiesen: Es waren 26. Insgesamt leben in Dorsten 870 zugeordnete und anerkannte Asylbewerber. Dies sind über die Jahre zugewiesene Geflüchtete, die ihren Wohnsitz in Dorsten nehmen mussten. Das geht aus einer Übersicht der Verwaltung für den Sozialausschuss hervor.

Gründe für die sinkenden Zahlen liegen auf der Hand. Die Grenzen im Balkan sind geschlossen, die Lage in den Flüchtlingscamps ist ausweglos. Und auch die Corona-Pandemie dürfte eine Rolle spielen.

104 Menschen leben in der Zentralen Unterbringung

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) an der Bochumer Straße (altes Petrinum) leben zurzeit nur 104 Menschen. Grundsätzlich könnten in der ZUE doppelt so viele Geflüchtete untergebracht werden. Die ZUE-Bewohner haben einige Hürden genommen, bevor sie nach Dorsten gekommen sind.

Sie waren dann schon in Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen, sind medizinisch untersucht worden und konnten ihre Asylanträge stellen. Erst danach erfolgt die Zuweisung an eine ZUE wie in Dorsten. Von hier aus werden sie ihrem Status entsprechend zugewiesen.

Städtische Unterkünfte sind zur Hälfte leer

Menschen, deren Asylverfahren noch laufen, werden in Dorsten in privatem Wohnraum oder in städtischen Unterkünften untergebracht. Es gibt zehn Häuser mit 222 Plätzen. Belegt sind momentan 101 Plätze. Für eine sofortige Unterbringung sind laut Auskunft der Stadt 110 Plätze geeignet. Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind 279 Personen grundsätzlich leistungsberechtigt.

Die Kapazitäten der Aufnahmeeinrichtungen hält die Stadt nach jetzigen Stand für ausreichend, wie sie in einer Vorlage für den Sozialausschuss, der am Mittwoch (17.2.) ab 17 Uhr im Gemeinschaftshaus Wulfen tagt, darlegt. Denn die Aufnahmezahlen der ZUE werden der Stadt Dorsten anteilig auf die Zahlen der Menschen angerechnet, die Dorsten als Kommune unterbringen muss.

Buntes Gemisch aus Nationalitäten

Beim Blick in die Übersicht der Herkunftsländer der Geflüchteten ergibt sich eine bunte Mischung von Nationalitäten: In der Hauptsache stammen die Neuankömmlinge aus dem Irak (34), Libanon (23), Iran (21), Afghanistan (21), Nigeria (15), Russische Föderation (12), Serbien (13), Syrien (13), Pakistan (11), Armenien (10), Kosovo (12), Mazedonien (10), Aserbeidschan (9), Mongolei (9), Bosnien-Herzegowina (8), Guinea (7), Indien (7) und Sri Lanka (7).

Es sind aber auch Menschen aus Ägypten, Algerien, Bangladesch, China, Eritrea, Gambia, Georgien, Ghana, Mali, Marokko, Somalia, Tadschikistan, Togo, Türkei und der Ukraine in Dorsten.

Über die Autorin
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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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