Entgegen NRW-Trend: Mehr Anträge auf Insolvenzverfahren in Dorsten

Insolvenz

In Dorsten haben im ersten Quartal 2020 mehr Unternehmen und Verbraucher Anträge auf Insolvenzverfahren gestellt als im Vorjahr. Damit steht die Lippestadt dem landesweiten Trend entgegen.

Dorsten

, 12.06.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anders als in ganz NRW ist die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren in Dorsten im ersten Quartal 2020 gestiegen.

Anders als in ganz NRW ist die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren in Dorsten im ersten Quartal 2020 gestiegen. © picture alliance / dpa

Von Januar bis März 2020 wurden in Dorsten 29 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das sind 26 Prozent mehr als im ersten Quartal 2019 (23 Anträge), wie aus einer Auswertung des Landesbetriebs IT.NRW hervorgeht.

Elf Insolvenzverfahren in Dorsten betrafen Unternehmen - zwei mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Dorsten erhöhte sich im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent (von 10 auf 15). Zu Verbrauchern zählt IT.NRW Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslose.

Jetzt lesen

Dorsten steht damit dem landesweiten Trend entgegen, wonach die Anzahl der Anträge auf Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen im ersten Quartal 2020 trotz Coronakrise um 7,6 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019 zurückgegangen ist.

Die Statistiker weisen darauf hin, dass Insolvenzverfahren aufgrund ihrer Bearbeitungszeit ein sogenannter „nachlaufender Konjunkturindikator“ sind. Unter anderem deshalb spiegele sich die ab März beginnende wirtschaftliche Krise im ersten Quartal 2020 noch nicht in einem Anstieg der Verfahren wider.

Weitere Ursachen seien die vorübergehend ausgesetzte Insolvenzantragspflicht (gilt vorerst bis 30.9.), staatliche Finanzhilfen und der teils eingeschränkte Betrieb der Insolvenzgerichte und Schuldnerberatungsstellen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt