Yakov Hadas-Handelsman beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement

Israelischer Botschafter zu Gast

"Es ist immer eine besondere Ehre, wenn ein Botschafter zu Gast ist. Dieses Mal ist es aber auch noch eine besondere Freude", sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff, als er am Montag den Botschafter Israels, Yakov Hadas-Handelsman, im Jüdischen Museum begrüßte.

Dorsten

, 15.08.2016, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser war zum ersten Mal in Dorsten und nahm sich viel Zeit, um die Stätten der Erinnerung in der Lippestadt zu besuchen. Am Morgen fuhr Botschafter Yakov Hadas-Handelsman zunächst zum Jüdischen Friedhof in Wulfen. Die Geschichtsgruppe des hiesigen Heimatvereins hatte zu den hier begrabenen Familien recherchiert und 2014 mit Unterstützung von Stadt und Sparkasse einen Gedenkstein aufgestellt. Die Ehrenamtlichen waren gestern vor Ort und berichteten dem Botschafter von ihrer Arbeit. Als ein gutes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement würdigte Bürgermeister Stockhoff ihren Einsatz.

Kollektive Verantwortung

Auch das Jüdische Museum, das Hadas-Handelsman im Anschluss gemeinsam mit NRW-Landtagspräsidentin Carina Gödecke besuchte, geht auf eine Bürgerinitiative und Geschichtswerkstatt zurück. In seiner Ansprache hob Bürgermeister Stockhoff vor allem Schwester Johanna hervor. "Es war mutig, sich zu dieser Zeit mit dem Versagen der Bürger unserer Stadt auseinanderzusetzen", sagte Stockhoff. Es gebe zwar keine kollektive Schuld. "Aber es gibt eine kollektive Verantwortung für die Zukunft." Deswegen sei es wichtig, dass Schüler sich bei Führungen im Jüdischen Museum mit der Geschichte auseinandersetzten.

"Diejenigen, die ihre eigene Geschichte nicht kennen, haben keine Gegenwart und keine Zukunft", schloss sich Botschafter Yakov Hadas-Handelsman in seiner Ansprache an. "Auch, wenn ich damals nicht da war, ist es doch meine Geschichte. Sie verpflichtet mich auch", sagt Yakov Hadas-Handelsman.

Großes Interesse

Dass sich so viele Menschen dieser Verantwortung bewusst sind, beeindruckte Yakov Hadas-Handelsman sichtlich. "Es gab hier keine wesentliche jüdische Gemeinde und trotzdem ist das ehrenamtliche Engagement und das Interesse für das jüdische Leben in der Gegend hier sehr groß", sagte der Botschafter begeistert.

Interessiert folgte er Dr. Norbert Reichling, dem ehrenamtlichen Leiter des Jüdischen Museums, durch die Ausstellung, ließ sich die Lebensgeschichten der Juden in Westfalen - vom Künstler bis zum Kaufmann, vom Mittelalter bis in die Gegenwart - erzählen. "Es war toll, so viel über die Menschen, die hier gelebt haben, zu lernen", sagte Hadas-Handelsman, bevor er in sein Auto stieg und zur ehemaligen Zeche Fürst Leopold fuhr.

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