Wulfener Markt: Nach Zwangsversteigerung und Abriss ist der Weg frei für einen Neuanfang

dzWulfener Markt

Für die Stadt genießt die Neubebauung des Wulfener Marktes Priorität. Erst einmal muss die Schrottimmobilie aber zwangsversteigert und abgerissen werden. Es geht schrittweise voran.

Wulfen-Barkenberg

, 07.08.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einen Euro (geschätzter Verkehrswert) soll die Wohn- und Ladenpassage am Wulfener Markt unter den Hammer kommen. Der Termin für die Zwangsversteigerung der Immobilie mit 125 Wohnungen, einem ehemaligen Lebensmittel- und Supermarktgebäude und weiteren Handelsflächen am Dorstener Amtsgericht steht fest (25.10., 9 Uhr, Saal 105). Das sehnen viele Wulfen-Barkenberger seit Langem herbei. Die Stadt will ihren Teil dazu beitragen, dass es in Wulfens Mitte aufwärtsgeht.

Der Umwelt- und Planungsausschuss hat dem Wulfener Markt 2018 im Arbeitsprogramm Bauleitverfahren unter insgesamt 37 Projekten höchste Priorität neben drei weiteren Bebauungsgebieten eingeräumt. Mit dem Arbeitsprogramm wurde den Planern im Rathaus von den Politikern im Umwelt- und Planungsausschuss ein Handlungsfaden an die Hand gegeben, nach dem sie Projekte der Reihe nach bearbeiten und vollenden sollen.

Investorenkonzept soll erarbeitet werden

Beim Wulfener Markt steht als Nächstes ein Investorenkonzept an. Außerdem soll ein Vorentwurf für die Neubebauung skizziert werden. Gutachter, die die Situation am Wulfener Markt analysiert und bewertet haben, geben Planungsziele wieder: „Aus heutiger Sicht soll das Nebenzentrum Wulfener Markt die wohnungsnahe Versorgung sicherstellen. Während die sozialen Einrichtungen wie Schule und Kindergärten, Gemeinschaftshaus voll funktionsfähig sind bzw. in der letzten Zeit durch Investitionen gestärkt werden konnten, muss es zu einer Flächenbereinigung im Handelssegment kommen.“ Das moderne Pep-Einkaufszentrum an der Marktallee direkt nebenan vom Wulfener Markt hat sich mit seinem Warensortiment in Barkenberg fest etabliert.

Anzustreben sei deshalb, so heißt es in der Expertise weiter, „ein Mischgebiet, das völlig neue Gebäudestrukturen und eine deutliche Reduzierung des Maßes baulicher Nutzung beinhaltet“. Gleichzeitig müsse auf eine „ausreichende räumliche Fassung des Marktplatzes geachtet werden“. Kleinere Mietwohnungen, möglichst barrierefrei, sind in Barkenberg stark nachgefragt, aber selten zu bekommen. Eine Neubebauung mit solchen Wohnungen am Wulfener Markt könnte diese Lücke füllen.

Neubebauung soll Markt umschließen, aber nicht klotzig sein

Die Neubebauung sei eine planerische Herausforderung. So heißt es in einer Bachelorarbeit aus dem Jahr 2014 von Gerritz, B./Sagawe A. unter dem Titel „Entwicklungsperspektiven des Stadtteilzentrums Wulfener Markt in Dorsten-Wulfen-Barkenberg“.

Die beiden Autoren sehen Schwierigkeiten darin, dass „ein angemessenes Verhältnis zwischen Gebäude- und Freibereichen gefunden wird und die Übergänge zum Pep-Einkaufszentrum angemessen gestaltet werden“. Außerdem müsse man frequenzbringende Nutzungsarten finden. Deshalb wurde auch ein Bebauungsplan mit Veränderungssperre angeregt.

Das ist 2015 politisch so beschlossen worden. Nun richten sich alle Augen auf den Versteigerungstermin. Er ebnet den Weg für einen Neuanfang in Wulfens Mitte.

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