Wulfener Markt: Alles deutet wieder auf Zwangsversteigerung hin

dzWulfener Markt

Der Wulfener Markt kommt womöglich erneut unter den Hammer: Die Stadt hat jetzt den Antrag auf Fortsetzung des Zwangsversteigerungsverfahrens am Amtsgericht Dorsten gestellt.

Wulfen-Barkenberg

, 06.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wulfener Markt ist ein Dauerbrenner. Obwohl zurzeit telefonische Verhandlungen mit Investoren geführt werden, kann die Stadt nicht ausschließen, dass das Zwangsversteigerungsverfahren am Amtsgericht Dorsten im Spätsommer fortgesetzt wird. „Wir haben fristgerecht den Antrag beim Amtsgericht Dorsten gestellt“, sagt Stadtkämmerer und Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Wulfen, Hubert Große-Ruiken, auf Anfrage.

Und noch ein Bieterverfahren am Amtsgericht

Denkbar ist also, dass es in absehbarer Zeit erneut zu einem Bieterverfahren kommt. Das Amtsgericht Dorsten hat wegen der Corona-Pandemie zwischen März und Juni keine Zwangsversteigerungsverfahren angesetzt, „da die Einhaltung der Mindestabstände für sämtliche Beteiligte im Falle eines großen Bieterinteresses in dem Versteigerungsraum nicht zu gewährleisten gewesen wäre“, sagt Amtsgerichtsdirektor Dr. Stephan-Robert Hillebrand.

Zwangsversteigerung des Wulfener Marktes im ersten Anlauf.

Zwangsversteigerung des Wulfener Marktes im ersten Anlauf. © Claudia Engel

Im ersten Anlauf hatten sich mehrere Bietinteressenten den Rang abgelaufen, der Zuschlag für ein Gebot von einer Million Euro war an einen Investor aus Heinsberg gegangen, der bei näherer Überprüfung aber den Anforderungen der Stadt Dorsten nicht standhalten konnte.

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Das Verfahren wurde deshalb ausgesetzt unter der Maßgabe, dass es innerhalb einer Frist von einem halben Jahr auf Antrag der Stadt fortgesetzt wird. Hinter den Kulissen haben zwischenzeitlich aber andere Investoren ihr Interesse am Wulfener Markt gezeigt.

Unterschiedliche Auffassungen, getrennte Wege

Eine davon ist die Shonid GmbH Herne. Für sie war zwischenzeitlich Geschäftsführer Winfried Lev als Verhandlungsführer aufgetreten, mittlerweile, so heißt es auf Anfrage bei Shonid, sei Lev aber „seit dem 22. Juni kein Geschäftsführer mehr in dem Unternehmen. „Weitere Verhandlungen für das Objekt führen drei andere Herren“, heißt es vonseiten der GmbH.

Winfried Lev, der bisher als Investor aufgetreten ist, will gleichwohl am Ball bleiben und mit einer anderen Gruppe von Investoren den Wulfener Markt erwerben. Richtig sei, dass sich Shonid von ihm als Geschäftsführer getrennt habe: „Wir hatten unterschiedliche Auffassungen“, gibt Lev als Grund für sein Ausscheiden aus der Firma an. Lev war seinerzeit als Zweitbieter im Zwangsversteigerungsverfahren Wulfener Markt aufgetreten und hatte 999.999 Euro in den Ring geworfen.

Gespräche gehen weiter, Zwangsversteigerung wahrscheinlich

Holger Lohse, Stadtbaurat und ebenfalls Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Wulfen, sagt, dass man mit Shonid telefoniert habe. „Wir haben erklärt, dass wir nach der Sommerpause die Verhandlungen fortführen wollen“, so Lohse. Das Zwangsversteigerungsverfahren finde unabhängig davon statt.

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