Anke Borg, Susanne Warnke, Gudrun Thelen, Henning Lagemann und Ulrike Baldauf (von links) freuten sich besonders über die schönen Wollquadrate aus der französischen Partnerstadt Ernee. © Michael Klein
Kunstprojekt

Woll-Quadrate ohne Ende: Riesen-Resonanz auf Tipi-Projekt in Dorsten

50 Mega-Woll-Tipis als Kunstwerke gibt es auf der Welt. Auch Dorsten wird eines bekommen. Die Resonanz aus der Bevölkerung ist bisher gewaltig. Auch Partnerstädte strickten mit.

Wer noch fertige selbst gehäkelte Woll-Quadrate für das geplante Dorstener „Tipi der Begegnung“ zu Hause liegen hat, der darf sie gerne noch kurzfristig bei den Abgabestellen vorbeibringen. „Aber bitte keine mehr produzieren!“, sagt Henning Lagemann vom „Wir-machen-Mitte“-Stadtteilbüro.

Denn die Beteiligung an dem Kunstwerk, das bei Veranstaltungen in der Stadt zum Einsatz kommen soll, schlägt alle Rekorde. 1250 Woll-Quadrate (Größe: 15 mal 15 Zentimeter) hätten für das sechs Meter hohe Mega-Zelt gereicht.

4000 Stück bekommen

„Inzwischen haben wir fast 4000 Stück bekommen“, sagt Susanne Warnke von der „Sternlauf-Gruppe“, die gemeinsam mit Ulrike Baldauf das aus Mitteln des Bürgerbudgets geförderte Projekt ins Leben gerufen hat.

357 Wollstücke aus Hainichen

Zu dem „Tipi der Begegnung“ haben auch zwei Vereine beigetragen, die sich ansonsten um Städte-Partnerschaften kümmern. Carmen Fischer vom Freundeskreis im sächsischen Hainichen war Feuer und Flamme, als sie von der Idee erfuhr. „Sie hat ein Paket mit 357 Wollstücken eines Strickkreises nach Dorsten geschickt“, erzählt Anke Borg, die sich im Rathaus um die Städte-Partnerschaften kümmert.

Sie regte andere Partnerschaftsvereine an, es dem Vorbild Hainichen gleich zu tun. In Ernee/Frankreich fiel das auf fruchtbaren Boden. Gudrun Thelen, Vorsitzende der „Deutsch-Französischen Gesellschaft“, erhielt gleich zwei Päckchen. Inhalt: 240 Wollstücke, zum Teil mit deutschen und französischen Flaggen geschmückt und gestrickt auch von Jugendlichen aus einem dortigen Freizeitzentrum.

Die gesammelten Wollstücke werden nun nach Farben sortiert. „Im nächsten Schritt geht es um die Gestaltung des Tipis“, so Henning Lagemann. Wie Ulrike Baldauf erklärt, werden die Quadrate in Reihen angeordnet und die losen Quadrate der jeweiligen Reihe gebündelt. Dies soll voraussichtlich Ende März im Forum der VHS geschehen, je nach Corona-Lage.

Auch aus der sächsischen Stadt Hainichen kam ein Paket mit Woll-Quadraten und einem Brief-Gruß.
Auch aus der sächsischen Stadt Hainichen kam ein Paket mit Woll-Quadraten und einem Brief-Gruß. © Michael Klein © Michael Klein

Diese Bündel werden später im Stadteilbüro abgeholt werden können, damit sie dann im Homeoffice zusammengehäkelt werden. Hierfür wird wieder tatkräftige Mithilfe aus der Bevölkerung gesucht. Ein Zeitplan folgt, sobald eine Umsetzung möglich ist. Im Juni soll es möglichst soweit sein.

In einer Ideenrunde wurden unlängst in der virtuellen Mitte-Konferenz bereits Vorschläge gesammelt, wie die überzähligen Quadrate verwendet werden könnten. Die Künstlerin und Tipi-Erfinderin Ute Lennartz-Lembeck schlug dabei eine Ideenbörse vor Ort am fertiggestellten Tipi vor, wo jeder, der sich beteiligen möchte, mitentscheiden kann, was mit den Quadraten passieren sollte.

Eine Idee: Sie zu Wolldecken gestalten, die sich die Besucher des Bürgerparks Maria Lindenhof bei Veranstaltungen oder bei Picknicks ausleihen können.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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