Das Wohnprojekt Blaue Schule in Dorsten ist eine alternative Wohnform für älter gewordene Menschen. Allerdings ist es keine Pflegeeinrichtung oder ein Betreutes Wohnen, darauf legt Gründerin Roswitha Himmelmann wert. © Claudia Engel (A)
Alternative Wohnformen

Wohnen im Alter: Festklammern ans Haus kann sich bitter rächen

Viele Dorstener Senioren möchten in ihrem eigenen Haus alt werden. Wer sich nicht rechtzeitig über Alternativen oder Hilfen informiert oder gute Kontakte hat, gerät in Schwierigkeiten.

Wer im Alter weiterhin selbstbestimmt leben, aber im Notfall schnell zuverlässige Hilfe erhalten möchte, für den eignet sich betreutes oder Service-Wohnen. Um einen Überblick über seniorengerechte Wohnanlagen zu geben, hat der Kreis Recklinghausen eine neue Auflage seiner Service-Broschüre zum „Wohnen im Alter“ veröffentlicht.

Jasmin Bendick (vorne rechts) hat drei Jahre lang das Digi-Quartier in Barkenberg geleitet und Senioren im Stadtteil digitale Hilfsmöglichkeiten ans Herz gelegt. © Claudia Engel © Claudia Engel

Petra Kuschnerenko, Dorstener Demografiebeauftragte und verantwortlich für die Altenhilfeplanung in Dorsten, weiß, dass eine umfassende Vorbereitung aufs Alter die halbe Miete ist. „Gut ist, wenn Menschen rechtzeitig erkennen, was bei ihnen geht und nicht mehr geht.“ Das Klammern an die Häuslichkeit zahle sich nicht aus.

Selbstbestimmtes Leben wünschenswert

Gleichzeitig stimmt sie aber mit Landrat Bodo Klimpel überein, dass „es für alle Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit geben muss, nach den eigenen Wünschen und Anforderungen zu leben“. Einige Dorstener verlassen ausgetretene Pfade und sind bereit, im letzten Lebensdrittel einen Neustart zu wagen. Sie streben gemeinsame Wohnprojekte an oder leben bereits in solchen Wohnformen, wie in der ehemaligen Blauen Schule in Barkenberg.

Auf der Dimker Wiese in Wulfen-Barkenberg wächst derzeit ein neues Wohnprojekt „Gemeinsames Wohnen“ heran. Auch im Marienviertel in Hervest wollen älter gewordene Menschen sich mit jüngeren unter einem Dach vereinen, um im Alter nicht zu vereinsamen und weiter in Gemeinschaft leben zu können.

„Eine solche Entscheidung braucht eine längere Vorlaufzeit, dessen sollte man sich bewusst sein“, so Kuschnerenko. Für alle, die sich mit solchen Wohnideen nicht anfreunden können, gibt es in Dorsten eine Reihe von Hilfsangeboten. Insbesondere digitale Helfer spielen in Seniorenhaushalten eine immer wichtigere und zentrale Rolle. Hinzu gesellen sich weitere ambulante Hilfsdienste, die in den letzten 20 Jahren in Dorsten zahlreich tätig geworden sind.

Kontakt zur BIP Stadt Dorsten, Bismarckstraße 1a, 46284 Dorsten, Erdgeschoss, Zimmer E 006 Frau Grewing, Tel. (02362) 66-4420, Frau Leisten, Tel.: (02362) 66-4299, Fax: (02362) 66-5752 E-Mail: bip@dorsten.de

Wer sich vorsorglich einen Überblick verschaffen möchte, der kann sich im Beratungs- und Informationscenter Pflege in Dorsten eingehend informieren.

Denn das Beratungs- und Infocenter Pflege (BIP) hat Informationen zu unterschiedlichen Wohnformen im Alter in allen zehn Kreisstädten. Aufgeführt sind Basis-Informationen wie die Höhe der Mietzinsen, Nebenkosten und Umlagen für Reinigungsdienste, aber auch Hinweise dazu, ob zum Beispiel ein Aufzug vorhanden ist.

Vorgestellt werden außerdem Wohnungen mit seniorengerechten Service-Angeboten wie Beratungsgesprächen, gemeinsamen Treffen in der Freizeit, Ausflügen oder auch Gemeinschaftsräumen, die für eigene Aktivitäten genutzt werden können.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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