Der frühere SPD-Bundesvorsitzende und Bundesminister a.D. Franz Müntefering sprach auf Einladung des Seniorenbeirats zum Thema "Menschenwürde im Alter". © Robert Wojtasik
Aktionswoche

Woche des Grundgesetzes eröffnet: „Das Wichtigste ist der Mensch“

Der frühere SPD-Spitzenpolitiker Franz Müntefering war am Freitag in Dorsten zu Gast, um die Woche des Grundgesetzes zu eröffnen. In den kommenden Tagen stehen viele Programmpunkte an.

Unmittelbar vor der Bundestagswahl ist am Freitag (24.9.) die Woche des Grundgesetzes in Dorsten eröffnet worden. „Wir wollen heute unser Grundgesetz feiern“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff bei der Auftaktveranstaltung in der Kirche St. Agatha. „Und wir dürfen es mit Stolz feiern, denn unser Grundgesetz ist etwas, was die Menschen verbindet.“

In der Agatha-Kirche ist ab sofort bis zum Ende der Aktionswoche am 3. Oktober eine Grundgesetz-Ausstellung zu sehen, die das Jugendparlament der Stadt Olpe gestaltet hat. Bei der Eröffnung lasen Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin der Neuen Schule Dorsten Artikel des Grundgesetzes vor und erläuterten ihre Bedeutung. Im Anschluss ging es zur Eröffnung des Grundgesetz-Ladens am Franziskaner-Kloster in der Innenstadt.

„Das Wichtigste ist der Mensch“

Auch Franz Müntefering sprach ein paar Worte zur Eröffnung. Der frühere Bundesvorsitzende der SPD und Bundesminister a.D. war am Freitag in Dorsten, um auf Einladung des Seniorenbeirats über das Thema „Menschenwürde im Alter“ zu reden. „Das Wichtigste am Grundgesetz ist für mich, dass die ersten 19 Artikel auf das Individuum abheben“, betonte Müntefering. „Denn das Wichtigste ist der Mensch.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff eröffnete in der Kirche St. Agatha die Woche des Grundgesetzes.
Bürgermeister Tobias Stockhoff eröffnete in der Kirche St. Agatha die Woche des Grundgesetzes. © Robert Wojtasik © Robert Wojtasik

Der 81-jährige Müntefering ist Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BASGO), die die Interessen der älteren Generationen in Deutschland vertritt. In der BASGO sind rund 120 Vereine zusammengeschlossen, die sich für ein selbstbestimmtes Älterwerden in sozialer Sicherheit einsetzen.

Die BASGO mache im Prinzip das, was der Seniorenbeirat in Dorsten im Kleinen mache, sagte Müntefering bei der Gesprächsrunde im Gemeindezentrum der Evangelischen Johanneskirche. Seiner Meinung nach sollte es eine kommunale Pflichtaufgabe sein, Seniorenbeiräte einzurichten.

Kommunen sollten auch dazu verpflichtet werden, beispielsweise lokale Allianzen für Menschen mit Demenz zu schaffen, eine wohnortnahe Hospiz- und Palliativversorgung sicherzustellen und Ältere im Rahmen eines „Digitalpakts Alter“ dabei zu unterstützen, nicht den digitalen Anschluss zu verlieren. „Es macht Sinn“, so Müntefering, „dass man sich auch im Alter so viel Wissen aneignet, dass man zumindest mit einem Handy telefonieren kann.“ Das sei vor allem vor dem Hintergrund der Alterseinsamkeit wichtig.

Bis zum 3. Oktober stehen das Grundgesetz und Themen wie Menschenwürde und Respekt in Dorsten im Mittelpunkt. Bürgergruppen, Nachbarschaften, Schulen und Diensteinrichtungen haben über 80 Programmpunkte vorbereitet. Am Dienstag (28.9.) steht etwa ein Talk mit Schalke-Chefausbilder Norbert Elgert in der Petrinum-Aula auf dem Plan, am Mittwoch präsentieren Jugendliche auf dem Platz der Deutschen Einheit Begriffsdefinitionen von Demokratie, Menschenwürde und Respekt, die sie zuvor mit dem Rapper Danny Fresh in Raps umgewandelt haben. Das komplette Programm gibt es auf www.dorsten.de/stadtdialog.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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