Illegal entsorgte Autoreifen auf einem Feld an der B58 in Deuten © Guido Bludau (A)
Illegale Müllentsorgung

Wilde Müllkippen: „Gefühlt“ in Dorsten nicht so schlimm wie anderswo

Städte melden bis zu 70 Prozent mehr wilde Müllkippen in 2020 und führen das auf die Corona-Pandemie zurück. Die Stadt Dorsten erhebt keine Statistik. Kleinerer Müll sei das größere Problem.

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens hat sich das Problem mit illegal entsorgtem Müll im Jahr 2020 verschärft. Die Stadt Leverkusen etwa registrierte bei wilden Müllablagerungen eine Steigerung um 70 Prozent im Vergleich zu 2019. In Remscheid mussten bis Ende Oktober 82 Tonnen mehr Abfälle bei der Beseitigung wilder Kippen entsorgt werden, wie die Rheinische Post berichtet.

Die Kommunen führen das vor allem auf die Corona-Pandemie zurück. Im vergangenen Jahr wurde wahrscheinlich so viel ausgemistet wie selten zuvor, Wertstoffhöfe waren zeitweise geschlossen.

Alter Kleiderschrank im Naturschutzgebiet

Auch in Dorsten landeten letztes Jahr unter anderem alte Autoreifen und Betonplatten in der Natur. Sperrmüll flog in Wohngebieten herum, alte Möbel wurden im Naturschutzgebiet Gälkenheide entsorgt und manche luden ihren Unrat einfach vor den Toren des Entsorgungsbetriebs (EBD) ab. EBD-Chef Antonius von Hebel schätzte schon im April, dass wilde Müllkippen in Dorsten um zehn Prozent zugenommen haben.

Mit Zahlen unterfüttern kann die Stadtverwaltung das nicht. „Das Problem ist auch in Dorsten existent, (gefühlt) allerdings weniger stark als in vielen anderen Städten“, schreibt die Pressestelle auf Anfrage. Eine Statistik führe man nicht, weil der Aufwand gemessen an der Problemstellung zu groß sei.

Beseitigung auf Zuruf

Beseitigt werden wilde Müllkippen in Dorsten auf Zuruf. Der an den Straßenrand geworfene Müllsack wird mitgenommen, wenn die Müllabfuhr ohnehin in der Nähe ist. Eine eigene Infrastruktur zur Beseitigung illegaler Müllentsorgung sei nicht erforderlich, so die Stadtverwaltung. Deshalb muss auch nicht damit gerechnet werden, dass die Abfallentsorgungsgebühren stark ansteigen, wie es sich in anderen Kommunen mit vielen wilden Müllkippen abzeichnet.

Kleinerer Müll wie Pommestüten oder Zigarettenschachteln sind in den Augen der Stadtverwaltung das größere Ärgernis: „Die wenigen großen Ablagerungen sind schnell beseitigt. Der ganze kleine Fitzelmüll ist der Sauberkeit im Stadtbild dagegen sehr viel abträglicher, kaum zu beseitigen und wäre von den Verursachern viel einfacher zu vermeiden.“

Mit rund 2000 öffentlichen Mülleimern gebe es im Stadtgebiet ein großes Angebot, um kostenlos kleinen Müll loszuwerden. Damit seien die Kapazitäten beim Entsorgungsbetrieb nahezu ausgereizt. „Sollten deutlich mehr öffentliche Müllbehälter von Politik oder Bürgerschaft gewünscht werden, müssten dafür zusätzliches Personal und Fahrzeuge bereitgestellt werden“, so die Verwaltung. Und dann ist man auch schnell wieder beim Thema Gebühren.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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