Die Suche nach Perserkater Loui wird mit Pettrailerhunden von Ursula Teichmann auf der Hardt fortgesetzt. „Armani“ war am Dienstag im Einsatz. © privat
Tierische Vermisstensuche

„Wie im Krimi“: Pettrailerhunde schnüffeln Perserkater Loui hinterher

Ein bildschöner Perserkater namens Loui wird seit Oktober in Dorsten vermisst. Die Besitzerin ist verzweifelt. Jetzt schöpft sie Hoffnung: Feinnasige Spurenleser sollen Loui finden.

Cordula Bußmann ist Hundetrainerin. Hat aber ihr Herz auch an einen Kater verloren. Bis Oktober 2020 gehörte Perser-/Britisch-Kurzhaarmix Loui zu ihrem Haushalt auf der Hardt. Der treue, anhängliche, gechipte, geimpfte und kastrierte Edelkater wird seitdem vermisst. „Und wenn ich noch fünf Jahre suchen muss, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich Loui wiederfinde“, sagt Bußmann.

Das ist Loui: Der Perserkater/BKH-Mix wird seit Oktober auf der Hardt vermisst. © privat © privat

Seit Dienstag hat Bußmann besonders geschulte Spürnasen an ihrer Seite: Die Pettrailerhunde „Armani“ und „Chanel“ von Ursula Teichmann aus Gelsenkirchen („Pettrailer at Work“). Die beiden Frauen kennen einander und haben die speziell ausgebildeten vierbeinigen Schnüffler auf den vermissten Perserkater angesetzt.

Die Nase voll vom Geruch des Katers

Conny Sander, die das Streunerkatzenprojekt in Dorsten leitet, ist in den Vermisstenfall mit einbezogen und hat am Dienstag erlebt, wie „Armani“ und „Chanel“ arbeiten.

Conny Sander und Streunerin Mia näheren sich langsam an. Futter erleichtert die Kontaktaufnahme.
Conny Sander und Streunerin Mia näheren sich langsam an. Futter erleichtert die Kontaktaufnahme. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

„Ich bin tief beeindruckt und würde mir wünschen, dass ich die beiden Hunde bei anderen verlorengegangenen Katzen zur Seite haben könnte“, so Sander. Denn auf der Hardt sind vor Loui kurz nacheinander nachweislich drei weitere Katzen spurlos verschwunden. Auch der pechschwarze „Oreo“ der Familie Röll gilt seit Juli 2020 als vermisst.

Besonders spannend für Conny Sander: „Die beiden Hunde haben vor einem Haus in der Nachbarschaft von Cordula Bußmann angeschlagen.“ Einen Hinweis darauf, dass Loui dort gesichtet worden ist, gab allerdings ein Mensch.

Ein anonymer Tippgeber hat die Katzensuchorganisation „Tasso“ angerufen und behauptet, Loui halte sich auf der Hardt in diesem speziellen Haushalt auf. Also wurden die Spurensucher auf die Adresse angesetzt.

Dem Duft nachgespürt und angeschlagen

Wenn Pettrailerhunde an einem Standort ausharren und bellen, dann haben ihre Nasen den ureigenen Duft eines vermissten Lebewesens aufgespürt. Darauf sind sie trainiert. Cordula Bußmann hat „Armani“ und „Chanel“ ein Duftkissen von Loui unter die Nase gerieben: Der einzigartige Beleg dafür, dass Hunde Katzen durchaus riechen können.

Conny Sander zögerte nicht lange und schellte im Haushalt an, wo Loui mutmaßlich Duft-Spuren hinterlassen hat. „Ich habe mich den Eigentümern vorgestellt und erklärt, warum wir bei ihnen mit Hunden nach einer Katze suchen“, so Sander. Die Hausbesitzer hätten ihr freundlich erklärt, dass sie Loui nicht aufgenommen haben.

Suche endete in einem angrenzenden Waldstück

So ging die Spurensuche dann weiter und endete in einem angrenzenden Waldstück: „Auch hier haben die Hunde eine Duftmarke von Loui gefunden“, sagt Conny Sander. Da eine Katze, zumal eine verwöhnte wie Perserkater Loui, bei Kälte und Niederschlägen nicht im Freien im Gebüsch ausharrt, sondern einen warmen Unterschlupf sucht, nimmt Sander an, dass Loui wahrscheinlich eine andere neue Heimat gefunden habe: „Einen angrenzenden Pferdestall vielleicht?“

Hier wird Conny Sander in den nächsten Tagen anrufen und fragen, ob die Hunde dort herumschnüffeln dürfen. Das Problem bei Katzen: „Nach einiger Zeit vergessen sie ihre Ursprungsbesitzer und bleiben dort, wo sie gefüttert werden.“

Wo Loui eine neue Heimat gefunden haben könnte, ist eine weiterhin ungelöste Frage. Conny Sander ist sich aber sicher, dass irgendwo auf der Hardt oder in der Nähe der Hardt Menschen Freigängerkatzen füttern. Es gebe Beobachtungen, die darauf hindeuten.

Zugelaufene Katzen bei Conny Sander melden

„Es wäre schön, wenn diese Menschen vielleicht ein Foto von der Katze, die ihnen zugelaufen ist, machen könnten. Dann wäre es wesentlich leichter, die Tiere ihren Besitzern wieder zuzuordnen.“ Eine Kontaktaufnahme ist möglich: Conny Sander, Tel. (0178) 6921436.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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