Wie geht es in St. Agatha ohne Pfarrer Ulrich Franke weiter?

dzBistum sucht Nachfolger

Das Bistum sucht einen Nachfolger für Pfarrer Ulrich Franke. Kirchenvorstand und Pfarreirat hoffen, dass sich schnell ein geeigneter Kandidat für die Aufgabe an St. Agatha findet.

Dorsten

, 11.09.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bistum Münster hat am Mittwoch den Wechsel von Pfarrer Ulrich Franke in die Gemeinde St. Vitus in Olfen und Vinnum offiziell bestätigt. In der Pressemitteilung heißt es: „Die Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Pfarreirates sprahen sich nach dem Kontaktgespräch in Olfen am Montag einstimmig für den 61-Jährigen aus.“

Am Dienstagabend hatte Ulrich Franke die Gremien in St. Agatha informiert. Mit Bedauern, aber Verständnis hat der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Lambert Suwelack, die Wechsel-Pläne von Ulrich Franke aufgenommen. „Wir sind sehr dankbar für die 25 Jahre, die Pfarrer Franke die Dorstener Gemeinde begleitet hat.“

Agatha-Gemeinde hätte Pfarrer Franke gern behalten

Auch wenn die Gemeinde Franke gern behalten hätte, habe er Verständnis dafür, sagt Lambert Suwelack, dass Ulrich Franke sich „kleiner setzen“ wolle. „Sein Weggang ist schade, bedeutet aber für die Gemeinde keine Katastrophe. Das ist ein normaler Vorgang.“ Die persönlichen, menschlichen Kontakte müssten schließlich durch seinen Wegzug nach Olfen nicht abbrechen.

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Pfarrer Franke habe sich beim Bistum sehr dafür eingesetzt, dass es trotz des herrschenden Priestermangels eine vernünftige Nachfolgeregelung gebe. Suwelack: „Wir gehen deshalb fest davon aus, dass wir auf jeden Fall einen Pfarrverwalter bekommen, falls Frankes Stelle nicht schnell wieder besetzt werden kann. Die Gemeinde wird nicht priesterlos sein.“

Dankbarkeit für 25 Jahre Dienst in St. Agatha

Die Entscheidung Frankes sei ohne Einschränkungen zu respektieren, erklärt Suwelack. „Er hat in den 25 Jahren in Dorsten viel Kraft und Energie investiert.“ Mit allen Gremien der Gemeinde hofft der stellvertretende Kirchenvorstands-Vorsitzende nun auf eine personelle Lösung, die St. Agatha neue Impulse geben kann.

Nach der Veröffentlichung der Wechsel-Nachricht auf der Homepage der Dorstener Zeitung haben viele Dorstener ihr Bedauern über den Weggang Frankes bekundet. Von „Das ist echt schade“ bis „Bin geschockt“ reichen die Kommentare. Facebook-User Christian Föcker formulierte etwas ausführlicher: „Mir ist es lieber, wenn er gesund bleibt bis ins hohe Alter und ab und zu in Dorsten vorbeischaut und seine Schäfchen begrüßt. Mein Respekt gilt Ulrich Franke, weil er wirklich Pfarrer mit Herzblut ist und viel geleistet hat.“

Gremien bedauern, aber respektieren die Entscheidung

Überraschung und Trauer auch im Pfarreirat, der am Dienstagabend zufällig parallel zum Kirchenvorstand tagte, sodass Ulrich Franke beide Gremien fast zeitgleich informieren konnte. Pfarreirats-Vorsitzende Claudia Esser berichtete am Mittwoch von diesen Reaktionen. „Aber bei aller Betroffenheit: Man kann seine Entscheidung nachvollziehen und muss sie respektieren.“ Jetzt hoffe man zusammen mit den knapp 10.500 Gemeindemitgliedern in St. Agatha auf eine gute und schnelle Lösung, und dass das Bistum einen Nachfolger findet, der gut zu St. Agatha passt.

Das Bistum schreibt die Stelle jetzt aus

Die Pressestelle teilte auf Anfrage der Redaktion mit, dass die Stelle ausgeschrieben werde. „Darauf können sich Priester bewerben. Wenn ein geeigneter Kandidat gefunden ist, stellt er sich dem Seelsorgeteam, dem Kirchenvorstand und dem Pfarreirat vor. Wann die Stelle besetzt wird, lässt sich nicht sagen, da das Verfahren jetzt startet.“

Gemeinden fusionierten 2009 zu St. Agatha

Ulrich Franke ist auch Stadtdechant

  • Ulrich Franke ist seit 1994 Pfarrer an St. Agatha. Er stammt aus Münster. Dort und in Freiburg hat er einst Theologie studiert. Nach seinen Kaplansjahren in Dinslaken und Bocholt kam er 1994 nach Dorsten. Seit er 2009 die Leitung der aus den vier Gemeinden südlich der Lippe fusionierten Pfarrei übernommen hat, fungiert er auch als Dechant des Dekanates Dorsten.
  • Bei seinen Aufgaben in St. Agatha wird er unterstützt von dem gebürtigen Rumänen Damian Varga, der 2005 als Pfarrverwalter mit dem Titel Pfarrer nach St. Johannes berufen wurde, und dem Litauer Vidas Vaitiekunas, der seit 2016 Pastor mit dem Titel Pfarrer in St. Agatha ist. Der Sprecher der litauischen Seelsorge in Deutschland war Anfang der 2000er-Jahre schon einmal neun Jahre in St. Marien als Hilfspriester tätig.
  • Pfingsten 2009 haben sich die vier Gemeinden St. Agatha, St, Nikolaus, St. Johannes und Heilig Kreuz als erste Katholische Gemeinden in Dorsten zu einer großen Pfarrei zusammengeschlossen. Seither gibt es einen gemeinsamen Kirchenvorstand und Pfarreirat sowie Gemeindeausschüsse in St. Nikolaus, St. Johannes und Heilig Kreuz.
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