Widerstand gegen geplante Erdgasfernleitung: Open Grid kommt zum Gespräch nach Rhade

Erdgasleitung Heiden-Dorsten

Die Gruppe der Bürger in Rhade, die sich gegen den geplanten Verlauf der Erdgasfernleitung Heiden-Dorsten wehren, wird immer größer. Betreiber Open Grid stellt sich nun ihren Fragen.

Rhade

, 04.09.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Widerstand gegen geplante Erdgasfernleitung: Open Grid kommt zum Gespräch nach Rhade

Open-Grid-Projektleiter André Graßmann (l.) bei einem Bürgerinformationsabend zur geplanten Erdgasfernleitung von Heiden über Rhade nach Dorsten im vergangenen Jahr. Am 16. September stellt sich Open Grid den Fragen der Rhader Bürger im Heimathaus. © Robert Wojtasik

Rund 40 Teilnehmer kamen zum jüngsten Treffen einer Rhader Initiative, die sich gegen die von Gasnetzbetreiber Open Grid geplante Trasse für die Erdgasfernleitung Heiden-Dorsten engagiert (DZ+). Darunter auch viele neue Gesichter, die sich dem Protest angeschlossen oder zumindest Fragen haben.

Am 16. September, 20 Uhr, bekommen sie im Heimathaus Rhade Gelegenheit, ihre Bedenken im Gespräch mit Open Grid zu äußern. Der Betreiber der geplanten Erdgasfernleitung hat sein Kommen zugesichert.

Der Protest richtet sich nicht gegen die Leitung an sich. Die Bürgerinitiative fordert eine Verlegung der Trasse Richtung Osten in weniger dicht besiedeltes Gebiet. Die vom Betreiber Open Grid von Beginn an favorisierte Trasse verläuft in Rhade und Deuten in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten.

Suche nach Argumenten, ob Raumordnungsverfahren zu kippen

Das Raumordnungsverfahren beim Regionalverband Ruhr (RVR) ist abgeschlossen. Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens seien sowohl von öffentlichen Stellen als auch von privaten Einwendern Anregungen eingegangen, die eine Prüfung weiterer alternativer Korridore gefordert hätten, heißt es in der raumordnerischen Beurteilung des RVR: „Diese Hinweise blieben jedoch entweder so unbestimmt, dass sich hieraus keine Ermittlungspflicht für die Regionalplanungsbehörde ableiten ließ, oder die Gegenvorschläge drängten sich aufgrund erkennbarer Konflikte nicht als realistische Alternativen auf.“

Die Rhader suchen nun nach Möglichkeiten, das Raumordnungsverfahren doch noch zu kippen. Bürgermeister Tobias Stockhoff ermunterte auf dem jüngsten Treffen dazu, die Bezirksregierung Münster direkt zu kontaktieren.

Nach einer erneuten Beteiligung der Öffentlichkeit wird Open Grid bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Planfeststellung stellen. Mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens ist nach aktuellem Stand nicht vor Ende 2020/Anfang 2021 zu rechnen.

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