Bis der Hausarzt das nächste Mal den Blutdruck misst, müssen manche Patienten wohl etwas Geduld aufbringen. © picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa
Patienten sorgen sich

Wichtige Untersuchungen beim Arzt können trotz Corona stattfinden

„Vorsorge trotz Corona nicht versäumen!“, appellieren die Krankenkassen. Dennoch werden Untersuchungstermine abgesagt. Patienten sind verunsichert und sorgen sich um ihre Gesundheit.

Nach diesem Anruf war die Patientin besorgt: Eine Mitarbeiterin der Hausarztpraxis rief kurz vor Weihnachten an und sagte bereits vereinbarte Termine für Anfang Januar ab. Vorerst ersatzlos.

Es sei derzeit wegen Corona nicht erlaubt, Untersuchungen wie einen Gesundheitscheck mit Labor und EGK durchzuführen. Und auch die geplante 24-Stunden-Blutdruckkontrolle müsse aus dem gleichen Grund ausfallen. Und überhaupt würden Arztpraxen möglicherweise geschlossen, weil das Personal in Krankenhäusern aushelfen müsse.

„Dabei habe ich auf Anraten des Hausarztes gerade das Medikament gegen Bluthochdruck gewechselt“, berichtet die 63-Jährige. „In vier Wochen sollte kontrolliert werden, ob die Werte in Ordnung sind. Jetzt ist das plötzlich egal, ob die Tabletten wirken wie geplant oder nicht und wie hoch mein Blutdruck ist?“ Nicht einmal einen Ersatztermin habe sie bekommen. Ende Januar oder Anfang Februar könne sie sich ja mal melden, sei ihr gesagt worden.

Trotz Corona die Vorsorge nicht vernachlässigen?

„Da wird uns einerseits immer gesagt, wir sollen trotz Corona die Vorsorge nicht vernachlässigen und gleichzeitig werden solche Untersuchungen verboten?“ Die Leserin versteht die Welt nicht mehr.

Von einem Verbot könne nicht die Rede sein, stellt Heike Achtermann, Sprecherin des Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, auf Anfrage klar. „Alles, was medizinisch notwendig ist, wird auch durchgeführt.“ Aber es sei schon so, dass viele Praxen derzeit extrem belastet seien und deshalb möglicherweise weniger dringende Untersuchungen verschieben. Sicher habe der Arzt sich zuvor vergewissert, dass die Blutdruck-Kontrolle noch etwas Zeit habe.

Sie bittet die Patienten um Verständnis für die besondere Belastung, die durch Corona auf die Arztpraxen hernieder geprasselt sei. „Viele Ärzte haben sich ja jetzt auch noch freiwillig gemeldet für die Impfaktionen.“ In das von den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe geführte Freiwilligenregister hätten sich bislang 15.000 Personen eintragen lassen, davon seien rund die Hälfte Ärzte.

Keine Panik: Praxen schließen nicht wegen Corona

Das bedeute aber keinesfalls, dass Praxen schließen müssten. Es gebe keine Pläne, Praxis-Personal in Krankenhäusern einzusetzen. „Da ist sicher etwas falsch verstanden worden“, sagt Heike Achtermann und beruhigt die Patientin: „Panik ist nicht angebracht.“ Vielleicht eher ein klärendes Telefonat mit der Hausarztpraxis.

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Petra Berkenbusch

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