Weitere 32 Bushaltestellen in Dorsten werden behindertengerecht ausgebaut

dzNahverkehr

Die Stadt ist in der Pflicht: Laut Gesetz muss sie in den nächsten Jahren alle Bushaltestellen barrierefrei ausbauen. 32 weitere Standorte hat die Stadt beim VRR angemeldet.

Dorsten

, 30.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Mal werden Bushalte-Buchten auf 15 Metern Länge ausgebaut, und zwar dort, wo die Gelenkbusse genügend Platz finden - wie am Essener Tor. Dann gibt es kürzere Haltestellen, wo nur der Einbau eines „Kaps“ möglich ist, also ein Vorsprung, dessen Rand bis an die Straße heranreicht - wie an der Mittelstraße in Holsterhausen.

„Alle Haltestellen sind unterschiedlich“, erklärte Christoph Möllers vom städtischen Verkehrsplanungsamt am Mittwoch in der ÖPNV-Ratskommission. Doch eines haben alle Haltestellen gemeinsam: Laut Gesetz müssen sie alle behindertengerecht gestaltet werden.

150 haben bereits ein Hochbord

150 Haltestellen hat die Stadt bereits in den vergangenen Jahren mit einem Hochbord fertiggestellt, der Kreis an den Kreisstraßen weitere 26, doch es besteht weiterer Handlungsbedarf, auch an Landes- und Bundesstraßen besteht Handlungsbedarf. Für insgesamt 390 Standorte in der Lippestadt wurde eine Prioritätenliste mit vier Ausbaustufen erstellt.

Gesamtkosten: rund 500.000 Euro

32 noch nicht ausgebaute Haltestellen der Ausbaustufe I hat die Stadt jetzt zur Förderung beim VRR angemeldet. Der Verkehrsverbund übernimmt 90 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von fast 500.000 Euro, 48.000 Euro muss die Stadt bezahlen. Der Umwelt- und Planungsausschuss wird auf seiner nächsten Sitzung darüber entscheiden.

Die 32 Standorte - die meisten befinden sich in den Stadtteilen Hervest und Holsterhausen - sind vor allem diejenigen, an denen die meisten Fahrgäste ein- und aussteigen. Angefangen von der eingangs erwähnten Mittelstraße (51 Ein- ud Aussteiger täglich) über Schollbrockstraße (163) und Essener Tor (275) bis hin zur Busbucht am Gymnasium Petrinum (442).

Drei Standorte herausgenommen

Bereits vor zwei Jahren hatte die Stadt eine erste Prioritätenliste erstellt, aus dieser sind aber drei Haltestellen herausgenommen beziehungsweise verschoben worden:

  • „Im Stadtsfeld“ (B 225, Marler Straße): Hier will man abwarten, bis Straßen.NRW die Kreuzung mit einer Ampelanlage versieht, das könnte die Ausbau- und Planungskosten verringern.
  • Zum Alten Kreuz an der B 224 (Bochumer Straße): Die Haltestellen liegen außerhalb der Ortsdurchfahrt, weshalb Straßen.NRW zuständig ist. Die Stadt hofft, dass diese Baubehörde die Standorte in ihr erstes Ausbauprogramm aufnimmt.
  • Lippebrücke Gemeindedreieck B 224 Fahrtrichtung Stadt: Da die Busbucht aus baulichen Gründen nicht verlängert werden kann und ein Buskap womöglich lange Rückstaus zur Folge hätte, sei eine Barrierefreiheit hier kaum herstellbar, meint die Stadt.

Wie es beim Ausbau der Haltestellen nach Ende der Stufe 1 weitergeht, ist noch nicht klar. Nach Angaben von Christina Gehrcke (Verkehrsplanungsamt) könnte es durchaus sein, dass die Stadt gar nicht die Haltestellen der Ausbaustufe 2 in Angriff nehmen kann. „Vielleicht müssen wir erst an die schon in der Vergangenheit umgebauten Haltestellen ran“, sagte sie. Denn die haben zwar ein Hochbord bekommen, doch die jetzigen Gesetzesvorschriften sehen weitere Maßnahmen, wie Blindenführungsstreifen und so weiter, vor.

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