Daumen runter für die Verursacher: Arnd Kopleck und andere Freiwillige haben an der Lippe Müll gesammelt. © privat
Wilde Müllkippen

„Wegwerf-Mentalität“ nimmt zu und ärgert in Dorsten viele Menschen

In Dorsten häufen sich wieder die illegalen Müllkippen. Das hat wohl auch mit den Ferien und Corona zu tun. Einem Dorstener platzte jetzt der Kragen, doch sein Hilferuf blieb fast ungehört.

Als Arnd Kopleck vor wenigen mit seinem Hund an der Lippe spazieren war, sah er Jugendliche mit Wasserpfeifen und Pärchen mit Grill. Als er auf dem Rückweg wieder an den Jugendlichen vorbeikam, bat er sie, hinterher den Müll mitzunehmen. Einen Tag später entdeckte er an dieser Stelle nicht nur Abfall, sondern auch leere Drogentüten.

Mehrere wilde Müllkippen entdeckt

In Rhade ärgerte sich Willi Hinzmann bei einer Radtour am Karfreitag über eine illegale Müllkippe. Auf dem Landwirtschaftsweg gegenüber dem Schützenfestplatz hatten Unbekannte mehrere Tüten und Eimer mit Abfällen abgelegt. „Am Tag zuvor lag da noch nichts“, sagt Willi Hinzmann. Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst war ein paar Tage eher bei einer Radtour am Söltener Landweg auf eine „Umweltsauerei“ gestoßen. Abfall und Sperrmüll lagen dort am Waldrand.

Auch am Söltener Landweg wurde in den letzten Tagen eine wilde Müllkippe entdeckt. © privat © privat

Die Wegwerf-Gesellschaft in Dorsten zeigt in diesen Tagen wieder ihr unschönes Gesicht. Die Stadtverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass es „gefühlt“ wieder mehr Hinweise auf wilde Müllkippen gebe.

Das könne mit den Osterferien zu tun haben („Die Leute können nicht verreisen und haben Zeit, um auszumisten“) oder mit der Corona-Pandemie. Manch einer nutzt offenbar die Abstandsregeln als Ausrede, um den Müll nicht dorthin zu bringen, wo er hingehört.

Exakte Zahlen oder gar Statistiken gibt es nicht, der Aufwand wäre „gemessen an der Problemstellung“ zu groß, teilte der Entsorgungsbetrieb bereits im Januar auf Anfrage mit.

Daran hat sich nichts geändert. Beseitigt werden wilde Müllkippen in Dorsten aber „auf Zuruf“. Kleiner Müll wie Pommestüten und Zigarettenschachteln seien das viel größere Ärgernis, heißt es, obwohl es doch rund 2000 öffentliche Mülleimer im Stadtgebiet gibt. Doch die nutzen offenbar viele Menschen nicht.

„Da ist mir der Kragen geplatzt“

Arnd Kopleck ist beim Anblick des Mülls an der Lippe „der Kragen geplatzt“, wie er sagt. Bei Facebook machte er seinem Ärger Luft und startete einen Aufruf zum gemeinsamen Aufräumen. Die Rückmeldungen hielten sich allerdings in Grenzen: „Leider sind nur ein paar Leute erschienen und das waren auch noch alles Bekannte von mir.“

Folgende Abfälle werden aus Dorstener Privathaushalten gebührenfrei angenommen: Sperrmüll (max. 3 cbm), Grünschnitt (max. 2 cbm), Papier und Pappe (max. 2 cbm), Elektrogeräte, Batterien in haushaltsüblichen Mengen, Lithium-Akkus (Pole vorher abkleben wg. Brandgefahr), Altmedikamente und schadstoffhaltige Abfälle in haushaltsüblichen Mengen, zugelassene Abfälle für die Wertstofftonne.

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Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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