Wechselunterricht an Schulen: Mehr Prestige als Planung

Meinung

Die besorgten Stimmen von Lehrern zeigen: Die Rückkehr von allen Schülern in den Wechselunterricht ist alles andere als gut geplant und zum jetzigen Zeitpunkt sehr riskant.

Dorsten

, 18.03.2021, 09:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Montag sind in NRW viele Schüler aus dem Distanz- in den Präsenzunterricht zurückgekehrt.

Am Montag sind in NRW viele Schüler aus dem Distanz- in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Noch vor den Osterferien kehrten alle Schüler zum Wechselunterricht in die Schulen zurück. Ein starkes Zeichen der NRW-Landesregierung, die damit Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie demonstrieren und wohl auch Eltern entlasten wollte.

Wenn man die deutlichen Aussagen von Lehrern an weiterführenden Schulen in Dorsten hört, wird aber schnell klar: Offenbar steckt hinter dieser Maßnahme mehr Prestige als Planung. Anders als ihre Kollegen an Grund- und Förderschulen werden diese Lehrer erst später geimpft und fühlen sich bei steigenden Inzidenzzahlen und regelmäßigem Schülerkontakt wie Marionetten und Versuchskaninchen.

Während sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, sollen sie selbst auch noch medizinisch tätig werden und die wöchentlichen Schnelltests beaufsichtigen - eine Maßnahme, die trügerische Sicherheit vorgaukelt.

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Dortmund, Duisburg oder der Kreis Düren haben wegen steigender Zahlen bereits darum gebeten, die Schulen wieder schließen zu dürfen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann lehnt das deutlich ab und zeigt damit, dass Kritik und Ängste der Lehrer sehr berechtigt sind.

Angesichts der Pandemie-Entwicklung dürfte das aktuelle Modell zum Glück zunächst eine kurze Episode bleiben. Spätestens nach den Ferien werden die Zahlen wohl nichts anderes als Distanzunterricht zulassen.

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