Wasserversorgung: Stadt schreibt den Konzessionsvertrag neu aus

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RWW betreibt ein Wasserwerk und das Wassernetz in Dorsten. Doch der Vertrag zwischen Unternehmen und Stadt läuft aus. Verwaltung und Politik wollen sich nun auch andere Anbieter ansehen.

Dorsten

, 18.05.2020, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Dorsten will die Wasserkonzession zum 1. Januar 2024 mit einer Laufzeit von 30 Jahren neu ausschreiben. In ihrer Sitzung in der vergangenen Woche legten die Ratsmitglieder fest, wie die einzelnen Kriterien gewichtet werden sollen, nach denen das am besten geeignete Unternehmen ausgesucht werden soll.

Nun kann die Stadtverwaltung im Europäischen Amtsblatt den Ablauf bekannt machen. Interessierte Wasserversorger haben dann drei Monate Zeit, ihr Interesse zu bekunden. Anschließend werden sie aufgefordert, auf Grundlage der Auswahlkriterien ein Angebot abzugeben.

Vertrag läuft Ende 2023 aus

Derzeit liefert die Rheinisch Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW), die in Dorsten ein Wasserwerk betreibt, den Endkunden das Trink- und Brauchwasser. Der zu Anfang des Jahrtausends geschlossene Vertrag läuft zum 31.12.2023 aus. Er würde sich um jeweils zehn Jahre verlängern, wenn er nicht spätestens ein Jahr vor seinem jeweiligen Ablauf gekündigt wird.

Auf den Prüfstand stellen

Da rechtlich ein Laufzeit von bis zu 40 Jahren zulässig wäre, ist die Höchstgrenze des Vertrages mit der RWW also noch nicht erreicht. „Gleichwohl ist es ratsam, ihn auf den Prüfstand zu stellen“, so die Verwaltung.

Blick in die Filterhalle des Dorstener Wasserwerks.

Blick in die Filterhalle des Dorstener Wasserwerks. © Foto: Andreas Koehrin (RWW)

Die Politik war im September 2019 diesem Vorschlag gefolgt. Schon da war klar, dass bei der Wasserversorgung ein städtisches Kooperationsmodell - wie es die Dorstener Netzagentur mit dem Unternehmen Innogy (RWE) bei Strom und Gas betreibt - nicht ratsam ist, da hier die bei Strom und Gas obligatorische Trennung von Netz und Versorgungsbetrieb nicht gilt.

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Bei jedem der gut 70 Kriterien können die interessierten Unternehmen null bis fünf Punkte bekommen, diese werden mit einem unterschiedlichen Bewertungsfaktor multipliziert. Maximal 960 Punkte sind zu erzielen.

Versorgungssicherheit hoch bewertet

Besonders hoch bewertet wird die Versorgungssicherheit (bis zu 280 Punkte) und die für die Stadt günstige Regelungen zur Konzessionsabgaben (bis 165).

Es geht aber auch darum, wie preisgünstig, verbraucher- und umweltfreundlich die Versorgung ist oder welche rechtlichen Einflussmöglichkeiten die Stadt hat.

Neuen Katalog vorgelegt

In der Vorwoche hatte der Haupt-und Finanzausschuss sich bereits mit dem Thema beschäftigt. Anschließend legte die Verwaltung einen neuen Kriterien-Katalog vor, in dem unter anderem die Prognose der Wasserpreisentwicklung höher gewichtet wurde.

Die Stadt ist übrigens durchaus zufrieden mit dem derzeitigen Vertragspartner: Es gebe „keine Mängel,“ RWW sei „ein guter und verlässlicher Vertragspartner“ und genieße „in der Öffentlichkeit hohes Ansehen“, erklärt die Verwaltung.

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