Wassertanks als Barriere in der Fußgängerzone

Schutz vor Nachahmungstätern

Nach dem Terroranschlag in Berlin sind am Donnerstag die Sicherheitsmaßnahmen in Dorsten weiter verschärft worden. Feuerwehrleute stellten am Vormittag zehn große Wassertanks in der Fußgängerzone auf. Wir fragen: Halten Sie diese Maßnahme für gerechtfertigt?

Dorsten

, 22.12.2016, 13:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Auftrag des Ordnungsamtes der Stadt hat die Dorstener Feuerwehr am Donnerstagvormittag zehn so genannte IBC-Container rund um den Altstadtmarkt in der Fußgängerzone aufgestellt. Sie waren nach Angaben der Stadtverwaltung von einem örtlichen Unternehmen zur Verfügung gestellt worden. Diese "Intermediate Bulk Container" sind eigentlich für Transport und Lagerung flüssiger und rieselfähiger Stoffe gedacht. Sie werden bei der Produktion von Chemikalien, Lebensmitteln, Kosmetik und Pharmazeutika eingesetzt. 

Mit 1000 Liter Wasser gefüllt

Die Container wurden am Nachmittag von der Feuerwehr mit Wasser gefüllt und sollen als Barriere dienen, um die schnelle Durchfahrt für größere Fahrzeuge zu erschweren. Die Standorte dieser 1000 Liter fassenden Container wurden so gewählt, dass Rettungswagen und Marktfahrzeuge ungehindert passieren können. Im Laufe des Tages wurden die ersten Tanks mit Tannengrün "getarnt". 

"Die Stadt Dorsten folgt damit dem Beispiel größerer Städte im Ruhrgebiet, die ihre Weihnachtsmärkte mit vergleichbaren Methoden sichern und so die Durchfahrtsgeschwindigkeit von Fahrzeugen verringern", sagte Pressesprecherin Lisa Bauckhorn. Die Standorte wurden nach Angaben der Stadtverwaltung im Vorfeld zwischen Ordnungsamt und Feuerwehr abgestimmt. 

"Diese Maßnahme soll Nachahmungstaten erschweren"

Zahlreiche Besucher, Passanten und Ladenbesitzer in der Innenstadt wunderten sich allerdings über diese Aktion. Erster Beigeordneter Lars Ehm wird in einer Pressemitteilung der Stadt wie folgt zitiert: "Uns ist bewusst, dass es in einer freien Gesellschaft keine 100-prozentige Sicherheit gibt. Diese Maßnahme soll vor allem Nachahmungstaten erschweren.“ Bürgermeister Tobias Stockhoff bestätigte, dass die Stadt ursprünglich andere Pläne hatte, "aber Betonklötze waren so kurzfristig nicht zu bekommen". 

Bereits am Tag nach dem Terroranschlag in Berlin hatte die Polizei verstärkte Präsenz gezeigt und Beamte mit Maschinenpistolen in die Dorstener Innenstadt beordert. Auch "verdeckte Maßnahmen" solle es geben, hieß es.

Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Bürgerpark Maria Lindenhof

Warum sich die Dorstener einen „Riesen-Schirm“ für das Amphitheater im Bürgerpark wünschen