Die Wasserschutzpolizei fährt mit einem „Oldtimer“ Streife

dzWesel-Datteln-Kanal

Die Kollegen an Land würden vermutlich den Kopf schütteln, wenn sie mit einem Oldtimer fahren müssten. Doch für die Wasserschutzpolizei in Dorsten gelten andere Regeln.

Dorsten

, 07.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihr Einsatzgebiet reicht von Friedrichsfeld bis Datteln. Das sind etwa 60 Kilometer. Kein Problem für die „Wiking 19“ , obwohl sie ganz schön in die Jahre gekommen ist. „Die Einsatzdauer eines Bootes richtet sich aber nicht nach dem Alter oder der Anzahl der zurückgelegten Kilometer“, sagt Carsten Kühne. „Bei der Wasserschutzpolizei werden die Betriebsstunden zugrunde gelegt.“ Fast 7500 sind es bis jetzt.

„Wiking 19“ ist eines der ältesten Boote

Kühne ist Polizeihauptkommissar und Dienstgruppenleiter bei der Wasserschutzpolizei NRW, die zentral beim Polizeipräsidium Duisburg angesiedelt ist und rund 900 Kilometer Wasserstraßen in NRW überwacht. Die „Wiking 19“, die an dem kleinen Außenposten am Hammer Weg in Dorsten stationiert ist, ist eines von 29 Einsatzbooten. Und mit 33 Jahren eines der ältesten.

Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor. Die Partei hatte sich im April nach dem Zustand der Wasserschutzpolizei-Flotte erkundigt. Demnach liegt das Durchschnittsalter der Boote, die auf den Kanälen des Landes unterwegs sind, bei 32,2 Jahren. Die Streifenboote auf dem Rhein sind etwas jünger.

Neue Besatzung seit Februar

Zwischen 2011 und 2020 wurde laut Innenministerium kein neues Boot in Dienst gestellt. Bis August 2022 will die Landesregierung vier neue Boote im Wert von etwa fünf Millionen Euro anschaffen, „um die Wasserschutzpolizei zu modernisieren“. Ob dann auch die „Wiking 19“ ersetzt wird, ist ungewiss. Sie fährt tadellos, seit Februar allerdings mit neuer Besatzung.

Zur Sache

Viele Aufgaben

Die Wasserschutzpolizei ist unter anderem für die Überwachung und Regelung des Schiffsverkehrs, für die Bekämpfung von Schiffsunfällen und Gewässerverunreinigungen zuständig. Die Beamten kontrollieren zu diesem Zweck unter anderem Fahrtauglichkeitsbescheinigungen der Fahrzeuge, die Befähigungszeugnisse der Besatzung, die Anzahl und Qualifikation der Besatzung, die Einhaltung der Verkehrsvorschriften (zum Beispiel Geschwindigkeit und Tiefgang), die Einhaltung der Vorschriften über den Transport gefährlicher Güter auf den Bundeswasserstraßen und vieles mehr.

Seit einer Neuorganisation innerhalb der Wasserschutzpolizei NRW wird die „Wiking 19“ sowohl von den Beamten der Ermittlungsgruppe Gefahrgut/Umweltschutz Datteln als auch von den Beamten der Wache Datteln für die Bootsstreifen genutzt. „Die Wachdienstgruppe gibt es in der Form seit Februar in Dorsten nicht mehr“, bestätigte Dienstgruppenleiter Carsten Kühne auf Anfrage. „In Dorsten ist zurzeit die neu eingerichtet Ermittlungsgruppe Gefahrgut/Umwelt verortet.“

In der Regel wird die „Wiking 19“ nach Angaben von Kühne für die Dauer einer Dienstschicht von acht Stunden eingesetzt, zwei Beamte sind dann an Bord. „Die tatsächliche Einsatzdauer des Bootes unterliegt allerdings vielen Faktoren“, sagt er. „Zum Beispiel kann das Boot für die Dauer des Einsatzes stillliegen oder Einsatzorte werden aus polizeitaktischen Überlegungen ausnahmsweise mit dem Streifenwagen aufgesucht.“

Das erklärt vielleicht, warum das Streifenboot der Wasserschutzpolizei in Datteln noch nicht ausgemustert wurde. Es ist mit 42 Jahren noch ein bisschen älter als die „Wiking 19“.

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