Wassermangel? Warum es derzeit keinen Trinkwasser-Notstand, aber trotzdem Kritik gibt

dzWasserversorgung

Zu trocken. Das mag fürs Wetter gelten. Doch die Trinkwasserversorgung ist in Dorsten und der Region vorläufig nicht in Gefahr. Trotzdem steht die Fördermenge in der Kritik.

Dorsten, Schermbeck

, 01.07.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Menschen in Ahaus und Heek sollen Wasser sparen. Blumen gießen, Rasen wässern - besser nicht in Zeiten, in denen es zu wenig regnet und der Grundwasserspiegel sinkt. In Dorsten besteht diese Gefahr nach Angaben der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) derzeit nicht.

„Für Dorsten und die ebenfalls vom Wasserwerk in Holsterhausen versorgten Kommunen, wie Bottrop, Gladbeck, Teile von Schermbeck, Oberhausen und Raesfeld-Erle läuft die Wasserversorgung normal“, bestätigte RWW-Sprecher Ramon Steggink auf Anfrage. „Sie ist auch trotz aktuell größerer Nachfrage sichergestellt.“

Bis zu 29 Millionen Liter pro Jahr

Aus 64 Brunnen in der sogenannten Brunnengalerie Holsterhausen und der Brunnengalerie Üfter Mark fördert die RWW aus 80 bis 120 Metern Tiefe Trinkwasser - etwa 29 Millionen Liter pro Jahr. Das Grundwasser wird gefiltert und unter anderem von Eisen befreit, dann kommt es ins Trinkwassernetz. Die Quelle, die sogenannten „Halterner Sande“, gilt als stabil auch bei längerer Trockenheit.

Wassermangel? Warum es derzeit keinen Trinkwasser-Notstand, aber trotzdem Kritik gibt

Was passiert, bevor das Trinkwasser aus den Brunnen in die Leitungen kommt. © Diebaecker, Stefan

„Bei der momentanen Wärmephase liegt die Förderung bei uns erwartungsgemäß auf einem höheren Niveau“, sagt Ramon Steggink. „Tageswerte im Juni liegen um bis zu 15 bis 20 Prozent, in der Spitze sogar zum Teil um 30 Prozent höher als noch im April. Engpässe in der Versorgung sind aber nicht zu befürchten.“

Schermbeck fordert Befristung und weniger Förderung

Kritik an der Trinkwasserförderung kam zu Jahresbeginn aus Schermbeck. Politiker und Gemeindeverwaltung forderten, dass die Trinkwasserförderung in Holsterhausen genauso befristet werden müsste wie in der Üfter Mark - wegen der „regionalen Überforderung des ökologischen Systems“.

Der Schermbecker Planungsausschuss forderte damals außerdem, die Wasserförderung in beiden Galerien um 20 Prozent zu reduzieren und ein neues Wasserwerk an anderer Stelle zu errichten. Es gebe Erkenntnisse zum Kimawandel, die eine Verringerung der Niederschläge von 15 bis 20 Prozent vorhersagten. Für Natur- und Nutzpflanzen müsste aber ausreichend Regenwasser verbleiben.

Die RWW glaubt indes, dass weiterhin ausreichend Grundwasser vorhanden ist, selbst wenn sich Industrie und Landwirtschaft wie bisher bedienen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt