Norbert Peters beklagt, dass er im November an zehn Tagen vergeblich auf seine Post gewartet hat. © Petra Berkenbusch
Post streitet Vorwurf ab

Warum bekommt Norbert Peters seine Briefe nicht jeden Tag?

Im November seien an zehn Tagen keine Briefe zugestellt worden, klagt ein Anwohner der Kranichstraße. Stimmt nicht, sagt die Post, es habe wegen Krankheit nur einen Tag ohne Post gegeben.

Norbert Peters erwartet jeden Tag Post. Und wenn alles glatt läuft an der Kranichstraße, erwartet er sie nicht nur, sondern bekommt sie auch. Aber es laufe leider nicht alles glatt im Zustellbezirk, klagt er. Schon seit Monaten lasse die Postzustellung sehr zu wünschen übrig.

„Als am 12., 13., 14., 16. und 17. November keine Post zugestellt wurde“, berichtet er, „habe ich bei der zuständigen Stelle in Wesel angerufen und mich beschwert. Eine Mitarbeiterin versprach mir, sich darum zu kümmern und einen Rückruf zu veranlassen. Leider ist nichts geschehen.“

Am 19. und 20. November habe es dann wieder keine Post gegeben. Am 21. sei um 20 Uhr ein Briefträger gekommen. Der habe klingeln müssen, weil der Berg angesammelter Post nicht in den Briefkasten gepasst habe.

Wenn „Einkauf aktuell“ schon freitags kommt …

Am 24. habe es wieder keine Post gegeben. Peters: „Als am Freitag, 27. November, schon das Bündel ,Einkauf aktuell‘ mitgeliefert wurde, war mir gleich klar, dass es am Samstag und Montag drauf keine Postzustellung geben würde, sondern erst dienstags die Nachlieferung erfolgen würde. Das kennen wir hier schon.“

Stimmt nicht, heißt es bei der Post. Britta Töllner von der Düsseldorfer Pressestelle

der Deutsche Post DHL Group hat im Unternehmen recherchiert und auf Anfrage geantwortet: „An allen Tagen wurde zugestellt, lediglich am 20. November konnte aufgrund von Krankmeldungen der Bezirk nicht zu Ende zugestellt werden, sodass erst am darauffolgenden Tag, am 21., die Sendungen für beide Tage durch eine Entlastungskraft, die am Nachmittag eingesetzt wurde, zugestellt wurden.“

Post lobt die beiden Stammzustellerinnen im Bezirk

Während sich die Erklärung von Britta Töllner mit der Beobachtung von Norbert Peters für den 20. und 21. November deckt, streitet das Unternehmen für alle weiteren Tage die Vorwürfe des Kunden ab. „In der Kranichstraße in Dorsten sind zwei langjährige Stammzustellerinnen im Einsatz, über die es bisher keine Reklamationen gab“, sagt Töllner.

Norbert Peters kennt beide Zustellerinnen und ist weit davon entfernt, den langjährigen Kräften etwas zu unterstellen. Die Lieferkette könne ja auch anderswo unterbrochen oder verzögert werden, nicht erst beim Zusteller im Bezirk. „Die können ja auch nur bringen, was sie haben“, sagt er. Und seit dem Ausbruch der Pandemie sei es gang und gäbe geworden, dass Post auch mal erst am späteren Nachmittag komme, das sei okay.

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, sortieren die Zusteller ihre Briefe in zwei „Schichten“. Deshalb kommt die Post oft erst am Nachmittag an. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Das liegt daran, erklärt Britta Töllner, dass die Zusteller gestaffelt mit dem Dienst beginnen, damit sie sich bei der Sortierung nicht zu nahe kommen. Die zweite Hälfte beginne mit dem Sortieren erst, wenn die erste Hälfte auf dem Weg in die Bezirke sei.

Gestaffelter Dienstbeginn verändert die Zustellzeiten

Peters hat sich inzwischen angewöhnt, am Abend noch einmal in den Briefkasten zu gucken. Der ehemalige Bankangestellte verwaltet zwei Stiftungen, deshalb ist ihm die Post mit Kontoauszügen und ähnlichen Dokumenten besonders wichtig. „Und manchmal geht es halt auch um die Wahrung von Fristen“, erklärt er seinen dringenden Wunsch nach zuverlässiger Postzustellung. „Wir reden hier schließlich nicht über Werbesendungen.“

Anfang Dezember hat er sich schriftlich an den Kundenservice der Deutschen Post gewandt. Schnell bekam er Antwort: „Wiederholt wurden Sendungen nicht so zugestellt, wie Sie es erwarten. Hierfür bitten wir um Entschuldigung.“ Die Leitung des Dorstener Zustellbereichs werde alles unternehmen, ihn künftig wieder von der Qualität der Zustellung zu überzeugen.

Der Senior ist skeptisch. Wenn er selbst etwas mit kurzfristiger Zustellgarantie zu verschicken hat, wird er vielleicht die von der Post selbst empfohlene Dienstleistung „Prio“ nutzen. Die bietet für 1,80 pro Brief eine „höhere Zustellwahrscheinlichkeit am nächsten Tag“ und eine Sendungsverfolgung. Seine Geschäftspartner wird er dazu nicht überreden können.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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