Das Feuer richtete verheerenden Schaden im Haus der Feldhausener Pflegefamilie an. Sie ist nun selbst auf Hilfe angewiesen. © privat
Kripo ermittelt

War es Brandstiftung? Pflegefamilie brennt das Dach über dem Kopf ab

Eine Pflegefamilie mit drei Erwachsenen, drei Kindern und drei Hunden ist in der Nacht zu Montag nach einem Feuer obdachlos geworden. Jetzt brauchen diese Menschen dringend Hilfe.

Hildegard Overfeld ist Leiterin des Perspektivehauses in Dorsten. Von hier aus werden kleine Kinder, die nicht in ihren Ursprungsfamilien bleiben können, an Pflegeeltern vermittelt.

Eines ihrer zuverlässigsten Pflegeelternpaare ist über Nacht obdachlos geworden, weil ein verheerendes Feuer das Feldhausener Heim der Eheleute und der Tochter sowie der drei Pflegekinder und drei Hunde an der Von-Gahlen-Straße vernichtet hat.

Die Einrichtung des Hauses wurde vollständig vernichtet, die Fenster zerbarsten wegen der Hitze. © privat © privat

Für und in Absprache mit der Familie sucht Hildegard Overfeld nun eine neue, vorübergehende Bleibe, bis das eigene Heim wieder aufgebaut worden ist. Ob das Haus in Kirchhellen, Bottrop oder Dorsten steht, spielt keine Rolle. „Hauptsache, die Familie ist untergebracht und kann uns gut erreichen in Dorsten“, sagt Hildegard Overfeld.

Das Schlimme: „Die Kripo kann Brandstiftung wohl nicht ausschließen“, sagt Overfeld. Mutmaßlich soll ein Molotowcocktail auf dem Balkon des Hauses in der ersten Etage gelandet sein. Der flammende Flascheninhalt habe dann wohl gezündet.

Feuer breitete sich in Windeseile im ganzen Haus aus

Das Feuer habe sich im Haus in Windeseile ausgebreitet, nachdem eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen war. „Die Parterrewohnung der Eltern steht komplett unter Löschwasser und die Dachgeschosswohnung der Tochter und ihres Pflegekindes ist völlig ausgebrannt“, so Hildegard Overfeld. Das Ausmaß des Schadens ist deutlich sichtbar auf den Bildern, die sie uns zukommen ließ.

Die Badezimmereinrichtung nach dem Brand © privat © privat

Glücklicherweise konnten sich alle Bewohner rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit bringen. Der Familienvater hatte das nächtliche Geräusch der zerberstenden Flasche auf dem Balkon gehört und alle anderen im Haus alarmiert, als er den Brandgeruch wahrnahm.

Familie steht unter Schock, ist aber unverletzt

„Die Familie steht natürlich unter Schock. Der Familienvater hat mir erzählt, dass er von drei Uhr nachts bis 10 Uhr morgens der Kriminalpolizei Rede und Antwort gestanden habe. Sie soll sogar eine Sonderkommission eingerichtet haben, um den Verursacher des Brandes aufzuspüren“, erzählt Hildegard Overfeld.

Weil die Familie groß ist und neben den Kindern auch noch Hunde hat, konnte mir nichts dir nichts trotz guter Kontakte des Perspektivehauses keine alternative Unterkunft herbeigezaubert werden.

Hildegard Overfeld hofft, über einen Aufruf in der Dorstener Zeitung Erfolg zu haben und einen Vermieter oder Hausbesitzer zu finden, der der Pflegefamilie helfen kann. Die ist in der Brandnacht noch um ein Mitglied größer geworden: „Eine der Hündinnen musste per Kaiserschnitt von einem Welpen entbunden werden.“

Wer der Familie eine Unterkunft bieten kann oder einen Vorschlag hat, wo es eine Möglichkeit gibt, kann sich an das Perspektivehaus wenden: Tel. (02362) 20 12 24 oder Handy, (0177) 690 6100 (Hildegard Overfeld).

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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